Prüfziele
Die kombinierte Nachkommenschafts-/Halbgeschwisterprüfung von Bocklämmern dient zur Förderung der Zuchtarbeit zur Erzeugung von Zuchttieren.
Die Stationsprüfung mit gleichen Bedingungen für alle Prüftiere ist Voraussetzung für eine Zuchtwertschätzung auf Fleischleistung. Sichtbare Leistungsunterschiede sind somit im Wesentlichen genetisch bedingt.
Im Zuge einer umfassenden Prüfung (Nachkommenschafts-/Halbgeschwisterprüfung und Eigenleistungsprüfung) werden Vatertiere ausgewählt, die in einer relativ hohen Zuverlässigkeit Nachkommen mit hohem Leistungsniveau erzeugen und damit den züchterischen Fortschritt in die Herden tragen. Gekörte Böcke, welche über Auktionen am Standort vermarktet werden, vererben überdurchschnittliche Leistungen bezüglich Mast- und Schlachtleistung und weiterer Merkmale.
Rassen
Anzutreffen in den Prüfungen sind typischerweise die Rassen
- Merinolangwollschaf
- Merinolandschaf
- Schwarzkopf
- Suffolk
- Charolais
- Texel
- Leineschaf
- Rhönschaf
- Coburger Füchse
- Weißes Bergschaf
Prüfmethodik
Nachkommenschafts-/Halbgeschwisterprüfung von Bocklämmern
Prüfbeginn und Prüfende sind masseabhängig in einem Bereich von 20 bis 40 kg. Die Prüftiere werden in Gruppen von 8 bis 10 Tieren auf Tiefstreu gehalten. Als Futter werden standardisiertes Fertig-Pelletfutter, Mineralstoffmischung und Heu eingesetzt. Eine Transponderkennung ermöglicht die Fütterung über Automaten.
Im Verlaufe der Prüfung werden typische Mastleistungsmerkmale erhoben:
- Bemuskelung von Keule, Blatt und Rücken
- Oberflächenverfettung
- Nierenfettmenge
- Rückenlänge
- Kotelettmuskeldicke (Ultraschall)
- Kotelettmuskelfläche (Ultraschall)
- Futteraufnahme
- Futteraufwand
Neben den genannten Merkmalen erfolgt auch eine Bewertung der Exterieurmerkmale sowie der Landschaftspflegeeignung der Rassen (bspw. Erscheinungsbild in Form von Skelettgesundheit, Rassetyp, Wollqualität, etc.).
Eigenleistungsprüfung von Jungböcken
Prüfbeginn und Prüfende sind zeitabhängig im Alter von 4 bis 7 Monaten bis mindestens 12 Monate. Den Abschluss der Prüfung stellt die Körung der Prüftiere dar. Die Haltung der Tiere erfolgt in variablen Gruppen bis maximal 150 Tiere pro Gruppe in Tiefstreubuchten. Abhängig vom Leistungsbedarf der Tiergruppen erfolgt eine Fütterung mittels entsprechender Totalmischration und Mineralstoffmischung. Allen Gruppen steht Heu zur Verfügung.
Während der Prüfung werden unter anderem folgende Merkmale der Tiere erfasst:
- Ansatzleistung (Prüftagszunahme)
- Wollqualität
- äußere Erscheinung
- Eignung zur Landschaftspflege
- Zuchttauglichkeit
Die Zusammenstellung der Prüfergebnisse, die Zuchtwertfeststellung sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse und Zuchtwerte in geeigneter Form erfolgt über das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum.
Veranstaltungen
Informationen und Termine zu Veranstaltungen in der Leistungsprüfanstalt Schaf Schöndorf (Weimar) finden Sie auf der Hompage des Landesverbandes Thüringer Schafzüchter e. V.: Aktuelle Termine