
Stickstoff und Schwefel
Stickstoff und Schwefel besitzen als essentielle Nährstoffe eine besondere Bedeutung in der Pflanzenernährung.
Stickstoffdüngebedarfsermittlung
Entsprechend der derzeit gültigen Düngeverordnung (DüV) vom 26.05.2017, zuletzt geändert am 10. August 2021, sind alle Landwirtschaftsbetriebe verpflichtet, vor dem Aufbringen wesentlicher Nährstoffmengen (> 50 kg N/ha und Jahr) die im Boden verfügbaren Nährstoffmengen und den Nährstoffbedarf der Kultur zu ermitteln. Für die Stickstoffdüngung ist dazu der Nmin-Gehalt des Bodens (außer auf Grünlandflächen, Dauergrünlandflächen und Flächen mit mehrschnittigen Feldfutterbau) jährlich festzustellen.
Die Ermittlung des verfügbaren N-Gehaltes im Boden kann durch
- Probenahme auf repräsentativen Schlägen und Untersuchung in einem empfohlenen Untersuchungslabor (fachlich bessere Variante);
- Übernahme der Ergebnisse der Untersuchung vergleichbarer Standorte (Richtwerte des TLLLR bzw. Nmin-aktuell) oder
- Anwendung von Berechnungs- und Schätzverfahren, die auf fachspezifischen Erkenntnissen beruhen, erfolgen.
Der Nährstoffbedarf ist für jeden Schlag bzw. jede Bewirtschaftungseinheit (mehrere Schläge mit vergleichbaren Standortverhältnissen, einheitlicher Bewirtschaftung und gleicher Pflanzenart) unter Berücksichtigung zu erwartender Erträge und Qualitäten zu berechnen.
Der Landwirt erhält zusammen mit dem Ergebnis der Laboruntersuchung auf den Nmin-Gehalt in der Regel eine N-Düngungsempfehlung auf der Basis der Düngeverordnung mittels PC-Programm BESyD. Für Landwirte, die keine eigenen Nmin-Untersuchungen durchführen, besteht die Möglichkeit, die von der TLLLR in jedem Frühjahr nach Bodenarten, Agrargebieten und Fruchtarten differenziertenRichtwerte für Nmin-Gehalte für die N-Düngebedarfsermittlung heranzuziehen. Diese Richtwerte werden aus den Untersuchungsergebnissen von repräsentativen Testflächen abgeleitet und berücksichtigen damit den Einfluss der aktuellen Witterungsbedingungen und des praxisüblichen Düngungsmanagement auf den Gehalt der Böden an verfügbarem Stickstoff.
Der N-Düngebedarf von Wintergetreide kann mittels Pflanzenanalyse, Nitratschelltest oder Chlorophyllmessung präzisiert werden. Der vorher ermittelte Düngebedarf darf jedoch nicht überschritten werden.
Schwefel
Schwefel muss für stabile Erträge und eine hohe Qualität der Ernteprodukte den Pflanzen in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. In der Vergangenheit war die S-Ernährung der Pflanzen insbesondere aufgrund des hohen S-Eintrages zumeist gesichert.
Der S-Eintrag aus der Luft und der mineralischen und organischen Düngung ist seit Jahren insgesamt stark rückläufig. Seit Mitte der 1990er Jahre sind auf Praxisflächen in Thüringen S-Mangelerscheinungen aufgetreten. Die bedarfsgerechte S-Düngung besitzt daher eine große Bedeutung.
Hilfsmittel zum Erkennen eines S-Düngebedarfs stellen die Smin-Bodenuntersuchung sowie die Pflanzenanalyse dar.
Kontakt
Fabian Hildebrandt
Tel.: +49 361 574041-456
Referat 21 - Futtermittel- und Marktüberwachung, Düngung und Bodenschutz
fabian.hildebrandt@tlllr.thueringen.de
Hubert Heß
Tel.: +49 361 574041-312
Referat 21 - Futtermittel- und Marktüberwachung, Düngung und Bodenschutz
hubert.hess@tlllr.thueringen.de
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