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Linse (Lens culinaris)

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Linsenanbau in Deutschland weit verbreitet, kam danach jedoch fast vollständig zum Erliegen. Alte Thüringer Züchtungen wie die „Creutzmanns Kyffhäuser Linse“ und „Dornburger Speiselinse“ sind seit über 50 Jahren vom Markt verschwunden. Aktuell erlebt die Linse in Deutschland als regionale und gesunde Hülsenfrucht wieder einen Aufwind. Allerdings gibt es momentan keine in Deutschland eingetragene Sorte (lt. Beschreibender Sortenliste). Insbesondere kleinsamige Sorten bzw. Herkünfte, wie Anicia (grün marmoriert) oder die Beluga-Linse (schwarz), werden als Saatgut von einigen wenigen Firmen am Markt angeboten. Die relativ anspruchslose Linse ist für den Anbau auf nährstoffarmen, flachgründigen, sonst wenig lukrativen Standorten geeignet, zeigt sich aber auch dankbar auf besseren Flächen. Für die Aussaat sollte der Boden gut abgetrocknet und durchlüftet sein, Bodenverdichtungen und Staunässe sollten vermieden werden. Die Aussaat erfolgt in der Regel zwischen Anfang März und Ende April. Bei optimalen Bedingungen, ist eine frühe Aussaat zu bevorzugen. Wichtige Parameter für eine erfolgreiche Ernte sind neben der Sortenwahl ein möglichst unkrautfreier Bestand und ein möglichst geringer Steingehalt Um die Standfestigkeit und somit auch die Beerntbarkeit der Linsenpflanzen zu verbessern, kann der Anbau mit einer Stützfrucht – meist mit einem Getreidepartner (Sommerhafer, -gerste) oder auch Leindotter erfolgen. Bei der Auswahl des Gemengepartners ist der Erntezeitpunkt der gewählten Sorten sowie die Möglichkeiten zur Reinigung und Trennung des Gemenges nach der Ernte unbedingt zu beachten. In Abhängigkeit vom Standort und dem Anbaujahr können die Linsenerträge von 2 dt/ha (Verwitterung) bis 10 dt/ha (Löss-Standorten) schwanken.

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