Seitenbeginn Zur Hauptnavigation Zum Seiteninhalt

31. Thüringer Düngungs- und Pflanzenschutztagung


Zur 31. Ausgabe der Thüringer Düngungs- und Pflanzenschutztagung am 17. November kamen wieder Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Wissenschaft und Politik auf der Messe in Erfurt zusammen. Diskutiert wurde über Strategien, wie den gesellschaftlichen Herausforderungen und der aktuellen politischen und Situation begegnet werden kann, um eine moderne, nachhaltige und effiziente Pflanzenproduktion zu gewährleisten.

Die Ziele der europäischen „Farm to Fork“ – Strategie, die Halbierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes und die Reduzierung der Düngung um 20 % bis 2030, spiegelten sich in den Themen genauso wider. So ging es um Fragen wie die Nutzbarkeit neuer Methoden zur Erfassung des Versorgungszustandes von Böden oder Pflanzen, zur Sinnhaftigkeit des Humuszertifikatehandels oder die Entwicklung des Marktes für Dünge- bzw. Pflanzenschutzmittel.

Stark gestiegene Preise für Düngemittel und deren begrenzte Verfügbarkeit erschweren aktuell die Düngeplanung zur optimalen Ernährung der Kulturpflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen. Dies betrifft neben N und P auch den so wichtigen Schwefel. Ein Tagungspunkt hat sich deshalb mit dem Thema der S-Düngebedarfsermittlung beschäftigt und auch anhand Thüringer Versuchsergebnisse aufgezeigt, wie man die Schwefel-Ernährung von Kulturpflanzen kosteneffizient sicherstellen kann.

Ebenfalls thematisiert wurde der Einsatz von Vor-Ort Methoden und Sensoren zur Bodencharakterisierung, zur Beurteilung von Pflanzenbeständen und zur Untersuchung von Gülle auf deren Inhaltsstoffe. Im Zentrum der Betrachtungen stand die Beurteilung der Nutzbarkeit des Farmlab der Firma Stenon zur Ermittlung des Düngebedarfs in der landwirtschaftlichen Praxis.

Ein weiteres kontroverses Thema, welches auf der Tagung aufgegriffen wurde, war der Handel mit Humuszertifikaten. In den vergangenen zwei Jahren war dieser zunehmender Gegenstand agrarpolitischer Diskussionen. Verstärkt beschäftigen sich sowohl Praktiker als auch Wissenschaftler mit den Potenzialen dieses neuen Marktes sowohl als zusätzliche Einkommensquelle für Landwirte – aber auch als Speicher für Klimagase. Fachlich unrealistische Zielvorgaben in Verbindung mit rechtlichen Unsicherheiten prägen hier das Bild.

Im Bereich Pflanzenschutz wurde in einem sehr informativen Beitrag die Frage aufgeworfen, ob die Vorschläge der EU zu weiteren Restriktionen im Pflanzenschutz eigentlich wissenschaftsbasiert sind. Die dargestellten Ergebnisse lassen zumindest Zweifel an einer evidenzbasierten Vorgehensweise der EU aufkommen, da gerade bei Zielorganismen des Pflanzenschutzes kein Rückgang im Auftreten festzustellen ist.

Eingerahmt wurden diese Themen von Betrachtungen zur Entwicklung des Düngemittel- und Pflanzenschutzmarktes, von der Darstellung der N- und P-Kulissen in der neuen Thüringer Düngeverordnung, die am 30.11.22 in Kraft tritt und von Betrachtungen zu neuen Regelungen der EU im Pflanzenschutz, welche sich in Vorbereitung befinden und bei ihrer Umsetzung weitreichende Folgen haben könnten. 

Die 31. Thüringer Düngungs- und Pflanzenschutztagung bot neben fachlichem Erkenntnisgewinn auch die Möglichkeit, Kontakte zu pflegen und Informationen im persönlichen Gespräch auszutauschen.

Kontakt

Torsten Weidemann

Pressesprecher
Tel.: +49 361 574041-135
Fax: +49 361 572041-390 ed.negnireuht.rlllt[ta]elletsesserp

Diese Seite teilen

Weitere Werkzeuge