Pflanzen- und Ackerbauforum 2025: Direktsaat im Praxistest
Direktsaat und flache Bodenbearbeitung – Fachveranstaltung in Werther vermittelt aktuelles Wissen und zeigt Praxislösungen.
Unter dem Leitthema „Ultraflache Stoppelbearbeitung und Direktsaatsysteme“ fand am 23. September in Werther bei Nordhausen das Pflanzen- und Ackerbauforum 2025 statt. Rund 200 Fachteilnehmer aus Praxis, Beratung, Wissenschaft und Maschinenbau folgten der Einladung des Thüringer Landesamts für Landwirtschaft und Ländlichen Raum und des Lohnunternehmens Becker GmbH. Die Veranstaltung stellte eindrucksvoll unter Beweis, wie innovative Bewirtschaftungssysteme die Agrarlandschaft der Zukunft mitgestalten können.
In einer hochkarätig besetzten Vortragsreihe am Vormittag standen aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Praxis im Fokus. Diskutiert wurden unter anderem die Vorteile einer reduzierten mechanischen Bodenbearbeitung sowie die Bedeutung einer dauerhaften Bodenbedeckung mit organischer Substanz. Besonders hervorgehoben wurde die mehrjährige Umstellungsphase auf Direktsaatsysteme, die eine präzise Anpassung an Standort- und Produktionsbedingungen erfordert.
„Direktsaat ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein langfristig tragfähiges System mit hohem agronomischem und ökologischem Potenzial“, so eine der Kernaussagen. Zu den Vorteilen zählen u. a. eine verbesserte Erosionskontrolle, höhere Trockenresistenz, eine stabilere Bodenstruktur, Humusaufbau und eine gesteigerte Biodiversität. Auch ökonomisch überzeugt das System durch Einsparungen bei Kraftstoff und Arbeitszeit. Herausforderungen – etwa im Umgang mit veränderten Bodenverhältnissen – begegnet man zunehmend durch Erfahrung und technologische Weiterentwicklungen.
Am Nachmittag verlagerte sich das Geschehen auf ein Versuchs- und Praxisfeld der Becker GmbH. Bei einer Bodenansprache durch Dr. Marcus Schindewolf (TLLLR) wurden die positiven Auswirkungen mehrjähriger Direktsaat-Bewirtschaftung direkt im Feld sichtbar.
Den praktischen Höhepunkt bildeten die eindrucksvollen Maschinenvorführungen: 15 Hersteller präsentierten insgesamt 22 verschiedene Geräte zur flachen Bodenbearbeitung und Direktsaat – jeweils im Einsatz auf einer im Juli gesäten Zwischenfrucht. Jede Überfahrt wurde fachlich analysiert und die Ergebnisse vor Ort diskutiert. Dieser direkte Praxisbezug förderte den fachlichen Austausch und erleichterte die Übertragung auf betriebsindividuelle Bedingungen.
Das große Interesse – auch über die Grenzen Thüringens hinaus – unterstreicht den steigenden Stellenwert zukunftsfähiger Ackerbauverfahren in Zeiten des Klimawandels, steigender Kosten und wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen. Trotz des bisher geringen Anteils direktsaatbasierter Flächen in Deutschland zeigt das Forum: Die Bereitschaft zu Innovation und Weiterentwicklung ist da – und sie wächst.
Das Pflanzen- und Ackerbauforum 2025 hat Impulse gesetzt – für eine Landwirtschaft, die produktiv, resilient und zugleich ressourcenschonend ist.





