Am 27. März 2025 fand im Schützenhaus Stadtroda die „62. Biogas-Fachtagung Thüringen“ statt. Unter dem Schwerpunkt „Biogas - vom alten zum neuen EEG?" trafen sich Vertreter aus der Biogasbranche, der Landwirtschaft und der Energiewirtschaft, um über die aktuellen Herausforderungen und zukünftigen Perspektiven im Bereich der Biogasnutzung zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde wieder gemeinsam vom Fachverband Biogas e.V., dem Thüringer Bauernverband e.V. und dem Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum organisiert.
Eine umfassende Einführung in aktuelle Themen aus den Bereichen Politik, Technik und Recht gab Manuel Maciejczyk vom Fachverband Biogas. In seinem Vortrag wurden die neuesten Entwicklungen und Herausforderungen in der Biogasbranche beleuchtet. Anschließend ging es um das Thema Biogassubstrate. Dr. Falko Stockmann von C.A.R.M.E.N. e.V. präsentierte verschiedene Substratalternativen und erläuterte Auswahlkriterien sowie die Wirtschaftlichkeit ihrer Nutzung in Biogasanlagen.
Anschließend berichtete Thomas Balling von der GraNott Gas GmbH über den verstärkten Einsatz von Mist und Stroh in Biogasanlagen. Er stellte dar, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um diese Substrate effizient zu nutzen, und teilte praxisorientierte Erfahrungen, die die Herausforderungen und Potenziale dieser Materialien aufzeigten.
Frank Scholwin vom Institut für Biogas, Kreislaufwirtschaft und Energie in Weimar führte eine praxisrelevante Einordnung der politischen Themen durch. Er analysierte die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf die Biogasbranche und wie diese in der Praxis umgesetzt werden können. Im Anschluss referierte Dr. Franziska Mosebach von der Aust Umwelt & Projektmanagement GmbH zum Thema Repowering und Genehmigungen. Sie erklärte die rechtlichen und bürokratischen Anforderungen, die es zu beachten gilt, wenn Biogasanlagen auf den neuesten Stand gebracht oder verändert werden sollen.
Thomas Gutt von den Thüringer Energienetzen teilte seine Erfahrungen im Umgang mit dem Übergang vom alten zum neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dabei beleuchtete er die praktischen Herausforderungen und die Umsetzung des neuen Gesetzes im Bereich der Energienetze. Thorsten Breitschuh von BELANU gab einen Einblick in seine Beratungserfahrungen zur EEG-Umstellung und erklärte, wie Biogasanlagenbetreiber von der neuen Regelung profitieren können und welche Fallstricke es zu vermeiden gilt.
In einer offenen Diskussion konnten Fragen zu den vorgestellten Themen gestellt und operative Aspekte der Biogasproduktion und -verwertung weiter vertieft werden. Die Diskussion bot Raum für den Austausch von Erfahrungen und Lösungen zu aktuellen Herausforderungen in der Branche.
Die Vorträge der Referenten der 62. Biogas-Fachtagung Thüringen 2025 finden Sie hier.