Das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum betreibt ein agrarmeteorologisches Messnetz, dessen Daten für das vergangene Jahr nun komprimiert veröffentlicht wurden.
Demnach war es auch im Jahr 2020 zu trocken, wenn auch nicht so extrem wie in 2018 oder auch 2019.
Der fehlende Regen, im Mittel der Messstationen fielen nur 89 % der üblichen Menge, bereitete den Landwirten zum dritten Mal in Folge erhebliches Kopfzerbrechen. So meldete die Station Friemar im Landkreis Gotha lediglich 448,3 mm und damit nur ¾ des eigentlich erwarteten Niederschlags.
Bereits zu Vegetationsbeginn war die Situation für die landwirtschaftlichen Kulturen bedenklich, da in den tieferen Bodenschichten vielerorts das Wasser fehlte. Danach gingen die Bodenfeuchtegehalte noch weiter zurück. Erst der relativ regenreiche Juni brachte etwas Entspannung. Für das Getreide hatten diese Niederschläge noch positiven Einfluss, für andere Kulturarten kamen sie allerdings zu spät.
„Die Änderung der Witterungsbedingungen aufgrund des Klimawandels stellen die Landwirtinnen und Landwirte in Thüringen vor große Herausforderungen. Trockenheit, höhere Temperaturen, verlängerte Vegetationsperioden und neue Schaderreger zwingen die Landwirte dazu, ihre Anbausysteme im Ackerbau anzupassen und weiter zu entwickeln. Vor dem Hintergrund der schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist das für die Landwirtschaft eine Mammutaufgabe bei der das TLLLR die Landwirte unterstützt“, sagte Peter Ritschel, Präsident des Landesamtes.
Im Gegensatz zum Regenmesser musste man 2020 das Thermometer am oberen Ende der Skala ablesen. Nur die Temperaturen im Mai waren niedriger als üblich, der Juli zeigte sich „normal“, der Rest des Jahres präsentierte sich aber im Vergleich mit dem langjährigen Mittel teilweise deutlich zu warm. So wird das gesamte Jahr 2020 im Mittel aller Stationen des agrarmeteorologischen Messnetzes mit 1,7°C oberhalb der langjährigen Vergleichswerte in die Statistik einfließen. An der ältesten Wetterstation in Buttelstedt wurde 2020 beispielsweise das zweitwärmste Jahr der letzten 38 Jahre registriert (Ø 10,1 °C). Nur im Jahr 2000 war es dort im Mittel noch etwas wärmer (10,4°C).
In der Rangfolge der Extremwerte lieferte die Station in Mönchpfiffel (Kyffhäuserkreis) am 8. August mit 38,3 °C die höchste Temperatur. Ende März war es mit -12,9 °C in Haufeld bei Rudolstadt am kältesten.
Der vollständige Witterungsbericht zum vergangenen und auch den Vorjahren wird auf der Seite www.wetter-th.de bereitgestellt. Unter dieser Adresse sind auch die verfügbaren Umweltinformationen aller Messstationen tagaktuell abrufbar.
Hintergrund:
Das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum betreibt das agrarmeteorologische Messnetz, um notwendige Witterungsdaten zur Erfüllung wichtiger Aufgaben, wie z.B. für Sortenprüfungen oder zur Pflanzenschutzberatung, zu erfassen. Dafür sind die Stationen hauptsächlich an den eigenen Versuchsflächen des Landesamtes positioniert. Die übrigen Stationen sind gleichmäßig auf landwirtschaftlich genutzte Gebiete in Thüringer verteilt.
Ergänzt um Daten des Deutschen Wetterdienstes, mit dem eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit besteht, veröffentlicht das TLLLR aktuelle und historische Messdaten im Internet und stellt diese Gärtnern und Landwirten für unternehmerische Entscheidungen zur Verfügung. Auch Hobbyimker und interessierte Bürger greifen regelmäßig auf das frei zugängliche Angebot zu.
