Dörfer entwickeln, ländlichen Raum stärken
Fest- und Informationsveranstaltung für acht neue Förderschwerpunkte der Dorfentwicklung ein voller Erfolg
Am 21. August 2025 ehrte Colette Boos-John, Thüringer Ministerin für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, im Rahmen einer Festveranstaltung Förderschwerpunkte der Dorfentwicklung, die das Programm erfolgreich abgeschlossen haben. Gleichzeitig überreichte sie die Anerkennungsurkunden an acht neue Förderschwerpunkte, die im Förderzeitraum 2026 bis 2030 unterstützt werden. Pro Jahr stehen rund 30 Millionen Euro Fördermittel bereit, die vom Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) vergeben werden.
Im modernen Augustinersaal in Neustadt an der Orla nutzten die Vertreter der neuen Förderschwerpunkte die Gelegenheit, sich auszutauschen und mit Vertretern der Architekten- und Ingenieurkammer Thüringen, des Ministeriums sowie des Landesamtes ins Gespräch zu kommen. Einhellige Meinung: Das Dorfentwicklungsprogramm ist ein zentraler Motor für die Entwicklung und Stärkung dörflicher Strukturen im ländlich geprägten Thüringen.
Im Anschluss informierten die Referatsleiterinnen der TLLLR-Bewilligungsstellen aus Gera, Meiningen und Gotha die frisch anerkannten Förderschwerpunkte über den Ablauf des Förderverfahrens und die vielfältigen Fördermöglichkeiten. Dazu zählen u. a. die Gestaltung und Umnutzung ländlicher Bausubstanz, der Ausbau von Freizeit- und Naherholungseinrichtungen sowie Multifunktionshäuser. Zudem wurden wichtige Termine wie der nächste Antragsstichtag am 15. Januar 2026 und die Auswahlkriterien für eine erfolgreiche Antragstellung bekannt gegeben. Mit gut gefüllten Informationsmappen kehrten die Vertreter der Gemeinden und Planungsbüros nach Hause zurück, um ihre Projektideen weiter zu konkretisieren und beim TLLLR zur Förderung einzureichen.
Anerkannte Förderschwerpunkte 2026–2030:
- Landkreis Eichsfeld: Dorfregion Dingelstädt II
- Unstrut-Hainich-Kreis: Dorfregion Mühlhausen Süd
- Saale-Holzland-Kreis: Dorfregion Heideland Süd
- Ilm-Kreis: Dorfregion Dienstedt-Hettstedt
- Saale-Orla-Kreis: Gemeinde Rosenthal am Rennsteig
- Landkreis Sonneberg: Dorfregion Unterland
- Landkreis Hildburghausen: Gemeinde Schleusegrund
- Landkreis Schmalkalden-Meiningen: Gemeinde Breitungen/Werra
Hintergrund:
Das Dorfentwicklungsprogramm ist eines der zentralen Instrumente der Landesregierung zur Unterstützung des ländlichen Raums. Grundlage für die Anerkennung als Förderschwerpunkt ist ein Gemeindliches Entwicklungskonzept (GEK), das gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet und durch das Thüringer Ministerium geprüft wird. Viele GEK enthalten bereits konkrete Projektideen.
Mit der Anerkennung erhalten die Gemeinden die Möglichkeit, Fördermittel des Programms zu beantragen. Die Zuschüsse werden anhand festgelegter Auswahlkriterien und der verfügbaren Haushaltsmittel vergeben.
Der Freistaat verfolgt ein integratives Förderkonzept: Die Dorfentwicklung wird mit weiteren Maßnahmen der Förderrichtlinie zur integrierten ländlichen Entwicklung und zur Revitalisierung von Brachflächen kombiniert. Dazu gehören u. a. ländliche Infrastrukturmaßnahmen sowie Einrichtungen für lokale Basisdienstleistungen.
Die Fördermittel stammen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK).