Ende Oktober bis Anfang November ist die richtige Zeit, um Sommergerste in Herbstaussaat, die sogenannte Wechselgerste, termingerecht in den Boden zu bringen. Dieses Anbauverfahren hat sich in den vergangenen Jahren in Thüringen fest etabliert, weil es gegenüber der normalen Frühjahrsaussaat Vorteile, wie Ausnutzung der Winterfeuchte, frühere Kornfüllung und Verminderung von Trockenphasen bietet. Der Idealfall ist, hauptsächlich bei Frühjahrs- bzw. Frühsommertrockenheit, möglicherweise höhere Erträge zu erzielen.
Nach der nassen Witterung von der letzten September-Dekade bis Anfang Oktober sind gegenwärtig die Boden- und Witterungsbedingungen dafür nahezu optimal. Anders als im letzten Jahr, als sich die Wechselgerstenaussaat aufgrund des anhaltend feuchten Wetters extrem schwierig gestaltete und oft auch über die empfohlene Saatzeitspanne hinaus erstreckte. Im Ergebnis standen zum Teil schwach entwickelte Bestände im Feld, die durch Kahlfröste geschädigt wurden bzw. sogar gänzlich ausgewintert sind. Damit kam ein wesentliches Risiko des Verfahrens der Wechselsommergerste auch im TLLLR zum Tragen.
Teil 2 des Feld-Tagebuchs 2024 präsentiert aktuell die Ergebnisse des Versuchs in Dornburg von der Entwicklung nach Winter bis zur Ernte. Die Ernte fiel aufgrund der vorab beschriebenen Auswinterungsprobleme deutlich niedriger aus als in den Vorjahren und schnitt auch gegenüber der „normalen“ Sommergerste in Frühjahrsaussaat schlechter ab. Erstmals nach mehreren Jahren profitierten hier die Erträge von einer möglichen frühen Aussaat und einer optimalen Wasserversorgung während der Vegetation.
Die Wechselgerste in Dornburg ist bereits gesät. Hoffentlich sind die Bedingungen in diesem Jahr besser als im letzten.
Wie es um diesen und um zahlreiche weitere Versuche steht, wird zum Sommerfeldtag 2025 vor Ort präsentiert.