Im Rahmen der diesjährigen Feldbegehungen von Demoanlagen auf Praxisbetrieben des LeguNet wurde am 15.05.2025 der Anbau von Winterleguminosen im Gemenge präsentiert. Neben konventionell und ökologisch wirtschaftenden Landwirten waren auch Vertreter aus der Züchtung und dem Saatgutvertrieb, der Öko-Verbände und der Vermarktung anwesend und rege am Austausch beteiligt. Experten aus dem TLLLR-Versuchswesen schafften darüber hinaus wichtige Impulse und teilten Tipps für den Praxisanbau.
Die Begehung fand auf Flächen des Biohof Thiele statt, welcher schon seit einigen Jahren Erbsen und Ackerbohnen im Winteranbau hat und als wichtiges Fruchtfolgeglied in seiner viehlosen Bewirtschaftung ansieht. Die Winterackerbohnen der besuchten Demoanlage sind aufgrund von unzureichender Saatgutqualität schlecht aufgelaufen und wurden daher am Jahresanfang gemulcht. Um einen direkten Vergleich zwischen Sommer- und Wintererbsen zu ermöglichen wurde auf die betreffenden Flächen Sommererbsen ausgebracht. Der Wachstumsunterschied zwischen Winterung und Sommerung konnte bei der Begehung eindrücklich demonstriert werden.
Als ökologisch wirtschaftender Betrieb setzt auch der Biohof Thiele bei den Wintererbsen auf langstrohige Sorten, üblicherweise im Gemenge – zum einen als Stützfrucht, zum anderen zur Ertragsabsicherung und zur besseren Beikrautunterdrückung. Bei der Demonstrationsanlage wurden zwei unterschiedliche Aussaatvarianten ausprobiert: die zeitgleiche Aussaat von Erbse und Getreide als Mischung in einer Überfahrt und einer gemeinsamen Ablagetiefe und die getrennte Aussaat in zwei Überfahrten mit damit für die Gemengepartner angepassten Aussaattiefen. Die getrennte Aussaat resultierte dabei im Gegensatz zur Misch-Aussaat in einem homogeneren Pflanzenbestand mit einem besseren Gemengeverhältnis. Als Aussaattechnik kam die herkömmliche Drillsaat zum Einsatz.
Winterleguminosen werden im Herbst des Vorjahres ausgesät und profitieren somit von den Niederschlägen am Jahresende und Jahresanfang des Folgejahres. Im Gegensatz zu Leguminosen im Sommeranbau besteht hier unter Umständen ein signifikanter Wachstumsvorteil im Fall des Auftretens von Frühsommertrockenheiten. In einem warmen und feuchten Frühjahr steigt aber auch die Gefahr von Fußkrankheiten in den Winterleguminosenbeständen. In den Winter sollten Erbsen maximal im 2-4-Blattstadium und Ackerbohnen maximal im 4-6-Blattstadium gehen, Kahlfröste können erhebliche Schäden im Bestand hervorrufen. Eine Aussaat von nicht winterharten Sorten im Herbst ist nicht zu empfehlen.
Auch wenn die Vorteile des Anbaus von Leguminosen im Winteranbau nicht von der Hand zu weisen sind, kann eine ungünstige Witterung zu Ertragseinbußen bis hin zu Ertragsausfällen führen. Aus diesem Grund sollten in der Fruchtfolge unbedingt sowohl Leguminosen im Winter- als auch Sommeranbau einbezogen werden.
Dies war die erste LeguNet-Praxisdemonstration in diesem Jahr. Weitere werden folgen und zeitnah über den Thüringer Agrarkalender und den TLLLR-Newsletter kommuniziert.