Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte die Landwirtschaftsministerin, Frau Susanna Karawanskij, am 13. Juli 2023 die Versuchsstation Heßberg des TLLLR, um sich über die Inhalte und Arbeitsschwerpunkte des landwirtschaftlichen Versuchswesens zu informieren. Außerdem standen die Ausbildungsförderung, die Digitalisierung der Arbeitsabläufe und der Insektenschutz durch Haltung von Bienen in der Versuchsstation im Fokus.
Bei bestem Erntewetter traf Frau Ministerin in der Versuchsstation Heßberg, welche die Thüringer Verwitterungsstandorte in Mittelgebirgslage repräsentiert, ein. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung des Referats Landwirtschaftliches Versuchswesen und Nachwachsende Rohstoffe im Allgemeinen und der Spezifika der Versuchsstation Heßberg ging es dann direkt auf das Versuchsfeld. Hier konnte sich die Ministerin über die Vielzahl der geprüften Kulturen und Versuchsfragestellungen informieren und mit eigenen Augen davon überzeugen, wie stark sich Sorten einer Art, beispielsweise beim Dinkel, in Pflanzenlänge, Farbe und Ährenstellung unterscheiden. Dass man diese Unterschiede zukünftig bei Bonituren auf dem Feld digital erfassen und direkt in das Datenerfassungs- und -verarbeitungsprogramm PIAF übertragen kann, gab der Besucherin einen ersten Eindruck vom Stand der Digitalisierung im Feldversuchswesen. Dies unterstrich auch die Probefahrt im Traktor mit automatischem Lenksystem, der für die Aussaat der ca. 3.000 Versuchsparzellen der Versuchsstation zum Einsatz kommt. Ein Highlight war sicherlich die Fahrt mit dem Parzellenmähdrescher und die Ernte von Wintergerste. Beim Drusch wird das Erntegewicht erfasst und unmittelbar eine Probe genommen, die dann mit Barcode versehen, zur Bestimmung von Trockensubstanz, Hektolitergewicht und Tausendkornmasse in die Station geht. Auch hier sind die Abläufe mittlerweile so getaktet, dass alle Daten direkt ins PIAF-Programm eingelesen werden können.
Den Abschluss der Feldfahrt, bei der auch das für die Region wichtige Ackerfutter gezeigt wurden, bildete die Besichtigung der Linsenversuche. Auch diese Nischenkultur besaß früher auf den kargen Boden der Mittelgebirgsvorlagen eine höhere Anbaubedeutung und erlebt aktuell eine kleine Renaissance. So könnten zukünftig auch die alten Sorten „Kyffhäuser Linse“ und „Dornburger Speiselinse“ wieder eine Rolle in der Thüringer Landwirtschaft spielen.
Die Vielfalt landwirtschaftlicher Kulturen, wie Durchwachsende Silphie, Raps, Blühstreifen, Klee- und Luzernegras und auch alternative Energiepflanzen bieten Insekten ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Am Lehrbienenstand der Versuchsstation wurde die Koexistenz von Landwirtschaft, Naturschutz und Imkerei intensiv diskutiert.



