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Von der Bohne bis zur Ernte


Was sollte beim Anbau von Soja beachtet werden, welchen Einfluss hat die Sortenauswahl und welche Vermarktungs- oder Verwertungsmöglichkeiten stehen uns hierzulande zur Verfügung?

Diese Fragen wurden bei der diesjährigen Soja-Sortenschau des TLLLR und LeguNet auf einem Feld des TLPVG bei Buttelstedt kompakt beantwortet und diskutiert. Rund 30 Soja-Interessierte aus der landwirtschaftlichen Forschung und Praxis nahmen an dem Austausch teil und brachten sich mit ihrer Fachexpertise und ihren Praxiserfahrungen ein.

Der Fokus dieser Sortenschau lag ganz klar auf der Ernte und Verwertung, denn der Sojaanbau sollte gut geplant sein und von der Ernte sowie vom Verwendungsziel her gedacht werden. Aufgrund der zum Teil unzureichenden Vermarktungsstruktur für Soja in Thüringen und der allgemeinen Konkurrenz zu günstiger Importware ist es ausdrücklich zu empfehlen, die Absatzwege oder das Verwertungskonzept im Vorhinein zu klären. Anbauverträge oder der Anschluss an Erzeugergemeinschaften sind hierbei ggf. in Betracht zu ziehen.

Weiterhin ist bei der innerbetrieblichen Verwertung als Proteinquelle in der Fütterung darauf zu achten, dass Soja aufgrund seiner antinutritiven Inhaltsstoffe eine thermische Behandlung erforderlich macht – insbesondere bei dem Einsatz in der Fütterung von Monogastriern. Als thermische Behandlung wird hierbei üblicherweise das Toasten eingesetzt, d. h. die Einwirkung trockener Hitze auf das Erntegut. In Thüringen gibt es hierfür aktuell keine fest installierten Anlagen; jedoch können hiesige Landwirte auch mobile Toastanlagen für kleinere Partien beauftragen.

Praxiseinblicke in das Verwertungskonzept eigen erzeugter Soja wurden durch Frau Reinhardt (stellv. Referatsleiterin, Referat 36, TLLLR) und Herrn Weilepp (LWB Weilepp) gegeben. Herr Pietschmann (LeguNet / Referat 31, TLLLR) informierte über weitere zur Verfügung stehende regionale und überregionale Absatzwege.

Für eine gute Ernte spielt unter anderem die Standortauswahl eine wichtige Rolle. Aufgrund der zögerlichen Jugendentwicklung der Pflanzen und der geringen Auswahl an Pflanzenschutzmitteln – welche vorrangig nur als Vorauflaufpräparate zum Einsatz kommen – sollten Flächen mit möglichst geringem Unkrautdruck gewählt werden. Auch sollten die Flächen möglichst eben und steinfrei sein, da der Hülsenansatz bei Soja sehr tief liegt. Über den Einsatz geeigneter Erntetechnik (bspw. Flex-Schneidwerk) lässt sich dieser Faktor mit Einschränkungen kompensieren oder auf ohnehin schon prädestinierten Flächen optimieren.

Herr Sädler, Pflanzenbauleiter des Referats 36 (TLLLR), beleuchtete seine Herangehensweise für den Sojaanbau auf den zur Verfügung stehenden Flächen und teilte dabei seine mehrjährigen Erfahrungen mit dem Publikum.

Ist der Standort einmal festgelegt und auch das Verwendungsziel geklärt, sollte eine für das Anbaugebiet geeignete Sorte gewählt werden. Hierbei spielt die Reifegruppe – neben dem Ertrag und anderen Eigenschaften – eine entscheidende Rolle. Soja reift verhältnismäßig spät ab, d. h. es sollte so gewählt werden, dass die Pflanzen auch sicher im September zur Abreife kommen, um die Befahrbarkeit mit der Erntetechnik zu gewährleisten.

Herr Lahr, Referent für Öl- und Eiweißpflanzen (Referat 31, TLLLR), berichtete aus den Landessortenversuchen für Soja, gab einen Überblick über die aktuell gängigen Animpfmethoden für Soja und leitete damit den Veranstaltungsteil der Sortenschau ein.
Es wurden sieben Sorten verschiedener Anbieter ausgestellt und präsentiert, zum Teil mit unterschiedlichen Animpfmethoden. Ein Unterschied bei diesen zum Einsatz gekommenen Methoden konnte visuell nicht festgestellt werden – sehr wohl jedoch das unterschiedliche Abreifestadium. Während einige Sorten kurz vor der Vollreife standen, waren andere noch im Beginn der Reife. Für alle ausgestellten Sorten wurde von den jeweiligen Vertretern jedoch eine sichere Ernte bis Anfang Oktober bei trockener und warmer Witterung in Aussicht gestellt. Anhand der ausgestellten Pflanzen konnte dem Publikum demonstriert werden, woran der beste Erntezeitpunkt der Pflanzen festgemacht wird.

Zusammengefasst wurde an diesem Tag das nötige Wissen rund um die Sojabohne sehr kompakt vermittelt und im regen Austausch praxisnah diskutiert – von der Verwertung bis zur Sortenwahl!

Das TLLLR und das LeguNet bedanken sich herzlich bei den Vertretern der I.G. Pflanzenzucht, RAGT Saaten und der Deutschen Saatgut für die Präsentation ihrer Sorten.

Beatrice Reinhardt (TLLLR Referat 36) und Sebastian Pietschmann (LeguNet / TLLLR Referat 31) erläutern die Verwertungsmöglichkeiten von Soja aus eigenem Anbau. (Foto: Sebastian Lahr)

Das Bild zeigt eine Gruppe von Menschen, die auf einem Feld stehen und einem Mann zuhören, der vor zwei Plakaten steht. Der Mann hält einen Vortrag über Soja-Anbau, da die Pflanzen auf dem Feld wachsen.

Anhand der ausgestellten Soja-Sorten konnten die unterschiedlichen Reifegruppen demonstriert werden. (Foto: Sebastian Pietschmann)

Das Bild zeigt ein großes Feld mit Sojabohnen, die bereits eine leicht gelbliche Färbung zeigen, was auf einen reifenden Zustand hindeutet. Im Vordergrund ist ein unbefestigter Weg zu sehen, der durch das Feld führt. Rechts davon verlaufen Markierungen, möglicherweise zur Kennzeichnung verschiedener Sojabohnensorten oder -experimente. Am Horizont sind einige Bäume und im Hintergrund einige Fahrzeuge zu erkennen. Der Himmel ist weitgehend klar und hellblau. Das Gesamtbild wirkt ruhig und vermittelt einen Eindruck von landwirtschaftlicher Tätigkeit.

Kontakt

Torsten Weidemann

Pressesprecher
Tel.: +49 361 574041-135
Fax: +49 361 572041-390 ed.negnireuht.rlllt[ta]elletsesserp

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