Das Kolloquium des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum bot den Rahmen für einen regen Austausch zwischen Fachpublikum und offerierte auch interessierten Laien Einblicke in die Aktivitäten rund um den Feldhamster. 70 Personen vor Ort und online nahmen teil.
Das neue Praxiszentrum „Feldhamsterschutz“ des TLLLR wurde vom Referatsleiter Christian Egel vorgestellt. Kompetenzen sollen gebündelt werden und zwischen Landwirtschaft und Naturschutz Austausch schaffen. Der Referent des Praxiszentrums, Gabriel Leicht, übernahm die Moderation und führte kompetent durch die Veranstaltung.
Es folgte eine bildgewaltige Vorstellung zu einigen Jahrzehnten der Geschichte des Feldhamsters in Thüringen von Naturfotograf Wolfgang Hock. Mit beeindruckenden Bildern dokumentierte er die verschiedenen Farbschläge von Hamstern auf Thüringer Flächen. Das Vorkommen von melanistischen, also schwarzen Hamstern, gab Thüringen schon früher eine besondere Verantwortung bei deren Erhaltung.
Nun kommen offenbar weitere Farbvarianten dazu. Durch Andreas Kröckel, den Pflanzenbauleiter des Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgutes (TLPVG) des TLLLR wurde die Sichtweise eines aktiven Landwirtes auf eine praxisnahe und hamsterfreundliche Bewirtschaftung gezeigt. Schon seit Jahrzehnten wird wissenschaftlich begleitet und erfolgreich auf Flächen des TLPVG mit Vorkommen angepasst gewirtschaftet. Thüringen unterstützt entsprechende Maßnahmen mit dem Kulturlandschaftsprogramm KULAP.
Flankierend gibt es in Thüringen und Deutschland Initiativen zum Schutz des Nagers. Das deutschlandweit größte Projekt „Feldhamsterland“ will den Schutz des Hamsters durch Öffentlichkeitsarbeit und Maßnahmenumsetzung stärken. Veronica Pohlai vom Landschaftspflegeverband Mittelthüringen e. V. berichtete über das Vorhaben, Fördermöglichkeiten und Perspektiven.
Zum Abschluss des Kolloquiums informierte Ariel Jacken, Seniorkurator vom Zoo Leipzig, über die dortige Zucht von Feldhamstern, das enorme Potenzial einer Zucht und die zukünftigen Auswilderungspläne in Sachsen. Der tägliche Umgang mit den Tieren, verbunden mit Erfolgen aber auch Problemen, gibt neue Einblicke. Es entstehen Denkansätze für die Ausgestaltung eines wirksamen Artenschutzes im Feld.
Die Bedeutung einer mitteldeutschen Strategie wurde in der anschließenden Diskussion betont.
Wir danken allen Teilnehmern, besonders den Referenten, für den nachhaltigen fachlichen Austausch.