Süßlupinen sind auf den Ackerlandflächen in Thüringen mit etwa 1.200 Hektar derzeit selten zu finden. Dies könnte sich zukünftig ändern, denn für die getreidelastigen Fruchtfolgen sind Anbaualternativen gesucht und das Interesse am „Feldtag Lupine“ des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, in Zusammenarbeit mit dem Praxiszentrum Ökologischer Landbau, war dementsprechend groß. Rund 70 Teilnehmende kamen ins Altenburger Land, um sich über Züchtung, Anbau und Vermarktung von Schmalblättrigen (Blauen) und Weißen Lupinen zu informieren.
Vorteile des Lupinenanbaus sind die Stickstofffixierung der Knöllchenbakterien und die tiefe Pfahlwurzel, die Bodenverdichtungen aufbrechen und über Seitenwurzeln sowie Wurzelausscheidungen Phosphor besser verfügbar machen kann. Der Anbau ist jedoch nur auf Flächen mit einem sauren bis neutralen pH-Wert (max. pH 7,0 bei Weißen Lupinen) zu empfehlen. Auch eine wirksame Unkrautregulierung ist aufgrund des späten Bestandesschlusses entscheidend.
Verwendung finden Süßlupinen als heimisches Eiweißfuttermittel. Zunehmend werden Lupinen auch in der Lebensmittelherstellung genutzt. Voraussetzung für eine Vermarktung in die Humanernährung ist, dass der Gehalt an Alkaloiden (antinutritive Pflanzeninhaltsstoffe) unter dem empfohlenen Verzehrwert von 200 mg/kg in der Trockensubstanz („alkaloidfrei“, < 0,02 %) liegt.