Welche Einflüsse die Wahl der richtigen Sorte, der Intensität der Düngung, aber auch der optimalen Zeitpunkte für die verschiedenen Feldarbeiten haben, konnten heute Landwirte auf der Versuchsstation Dornburg erfahren.
80 Versuche auf über 5000 Versuchsparzellen - jeder Versuch hat mehrere Prüfglieder und wird mehrfach wiederholt, um belastbare Ergebnisse zu erzielen - bilden Grundlage für umfassende Fachinformationen. Die ermittelten Erkenntnisse dienen dabei nicht nur Wissensvermittlung an die Praktiker wie beim heutigen Feldtag, sondern fließen auch in die Fachschulausbildung oder in die Beratung bei der politischen Entscheidungsfindung ein.
Das TLLLR bereitet die Daten aus den Versuchen anwenderorientiert auf. So stehen Landwirten umfangreiche Ratschläge für geeignete Sorten in den jeweiligen Regionen zur Verfügung, werden Pflanzenschutzhinweise über den Thüringer Auftritt im Informationssystem für die integrierte Pflanzenproduktion gegeben und Empfehlungen zur Düngung bereitgestellt.
Aber "Papier ist geduldig" und nichts so überzeugend wie das, was man mit eigenen Augen gesehen hat. So nutzten etwa 50 Teilnehmer die Gelegenheit, sich auf dem Sommerfeldtag in Dornburg selbst von den Resultaten der fachlichen Arbeit im Landesamt zu überzeugen.
Umfangreich wurden etwa die Vorzüge und Schwächen von 30 Winterweizensorten erläutert. Besonderes Interesse gab es nach diesem relativ regenreichen Frühjahr bei den Themen 'Resistenzen gegen pilzliche Schaderreger' und 'Standfestigkeit des Getreides'. Eine alles überragende Sorte gibt es nicht. Gerade bei für Thüringen typischen eiweißreichem E-Weizen sind die Landwirte gehalten, verschiedene Sorten in Kultur zu nehmen, um Vor- und Nachteile einzelner Sorten auszugleichen.
Auch das in Dornburg laufende Versuchsprogramm zu Winter- und Sommergerste wurde vorgestellt. Die Empfehlung war auch hier, nicht auf nur eine Sorte aus dem Sortiment zu setzen, sondern die Sorteneigenschaften, wie z.B. unterschiedliche Reifezeitpunkte, als Vorteil im betrieblichen Arbeitsablauf oder zur Risikostreuung zu nutzen.
Wie wichtig der richtige Zeitpunkt für den Erfolg sein kann, demonstrierten die Fachleute des TLLLR an einem Versuch mit unterschiedlichen Aussaatzeitpunkten von Wintergerste. So war bei sehr frühen Aussaaten kaum noch eine Gerstenpflanze zu finden. Virusbefall, ausgelöst durch zahlreiche Blattläuse im lang andauernd milden Herbst 2023, vernichtete nahezu den kompletten Bestand. Dann hilft auch kein Pflanzenschutzmittel mehr.
Helfen kann - neben dem richtigen Termin - allerdings die Wahl einer resistenten Sorte. Dann braucht es vielleicht auch weniger Pflanzenschutzmittel.
Weitere Beiträge zur optimalen Nährstoffversorgung des Getreides, zu Düngeverordnung und Digitalisierung des Thüringer Feldversuchswesens sorgten für einen interessanten und abwechslungsreichen Feldtag, der - wie sollte es in Thüringen anders sein - am Holzkohlegrill mit fachlichen Diskussionen und Bratwurst seinen Abschluss fand.
Für diejenigen, die heute nicht dabei sein konnten, gibt es in den nächsten Tagen an anderen Standorten noch Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen. Zwei Feldtage stehen nämlich noch im Kalender.
