Der Einladung zur Grünlandtagung folgten am 26. Juni rund 80 Vertreter aus dem Berufsstand sowie aus Forschung und Verwaltung der Bereiche Landwirtschaft und Naturschutz aus der gesamten Bundesrepublik. Veranstaltungsort war die Rhönlandscheune in Dermbach, die – inmitten der Rhöner Grünlandvielfalt gelegen – mit zünftiger Verpflegung aus der hofeigenen Fleischerei einen hervorragenden Rahmen für die Tagung bot.
Organisiert wurde die Veranstaltung gemeinsam vom Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e. V. (DLG). Bereits der Titel „Grünlandnutzung im Spannungsfeld zwischen Futtererzeugung und Naturschutz“ verdeutlichte, dass die Zielvorstellungen bei der Bewirtschaftung extensiver Grünlandflächen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz häufig auseinandergehen und Konfliktpotenzial bergen. Während die Landwirtschaft auf ertragsreiches Grünland mit hoher Futterqualität angewiesen ist – etwa für Weidenutzung oder Grobfuttergewinnung –, steht für den Naturschutz der Erhalt des Artenreichtums im Vordergrund, insbesondere auf Flächen, die geschützten Biotopen oder FFH-Lebensraumtypen zugeordnet sind.
Ziel der Tagung war es daher in erster Linie, den fachlichen Austausch zu fördern und das gegenseitige Verständnis für spezifische Problembereiche zu stärken. Fachleute aus Praxis, Forschung und Verwaltung beider Bereiche beleuchteten in insgesamt zehn Vorträgen eindrucksvoll die Chancen und Herausforderungen einer extensiven bzw. naturschutzkonformen Grünlandbewirtschaftung aus unterschiedlichen Perspektiven.
Das Themenspektrum reichte von Ergebnissen langjähriger Bewirtschaftungsversuche in Thüringen zum Artenreichtum und Ertrag über den aktuellen Erhaltungszustand bestimmter Grünland-Lebensraumtypen, das Erkennen typischer Biotop-Zeigerpflanzen und die Vorstellung verschiedener Landschaftspflegeprojekte bis hin zu praxisbezogenen Herausforderungen und möglichen Alternativen zur Verwertung extensiver Grünlandaufwüchse.
Es wurde rege diskutiert, und abschließend konnte festgestellt werden, dass die Interessen beider Seiten letztlich gar nicht so weit auseinanderliegen. Vielmehr bedarf es gemeinsamer Anstrengungen, um das Grünland in seiner Vielfalt langfristig zu erhalten.
Die Tagungsbeiträge können voraussichtlich ab Mitte Juli online auf den Seiten des TLLLR abgerufen werden.