Zum 4. Innovationsforum der Thüringer Land-, Forst und Ernährungswirtschaft fanden sich auf Einladung des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft, der Thüringer Aufbaubank und des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum etwa 40 Interessenten aus Praxis, Verbänden und Forschung im Kongresszentrum der Messe Erfurt ein. In jährlicher Tradition und zur Einstimmung auf die AgraNova-Preisverleihung am Abend wurde innovativen Projekten in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft, die mit Unterstützung des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums in Thüringen umgesetzt werden, eine Bühne gegeben. Die Vielseitigkeit der geförderten Innovationsprojekte zeigte sich in den Präsentationen zu den Projekten:
Die geballte Kraft vom Feld weiß die Operationelle Gruppe hinter dem Projekt „LaStrohBau“ zu nutzen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, statisch-konstruktive und bauphysikalische Grundlagen für die Bemessung und Nachweisführung von Strohballenmauerwerk zu erarbeiten, um Strohballen als lastabtragenden Baustoff zu etablieren. Ein Container für Lehrzwecke existiert bereits in der entsprechenden Konstruktion und ein weiterer Demonstrator wird gegenwärtig gebaut.
Die Operationelle Gruppe hinter dem Projekt „Biogas4textile“ erarbeitet unter Einbezug einer Biogasanlage Voraussetzungen für eine wirtschaftlich umsetzbare Weiterverarbeitung regionaler Schafwolle und Pflanzenfasern zu nachhaltigen Textilien.
Im Projekt „Beerenklima“ steht die Entwicklung eines nachhaltigen und ressourceneffizienten Erdbeerproduktionssystems mit kombinierter solarer Energiegewinnung im Fokus.
Künstliche Intelligenz trifft im Projekt „PhenoAI“ auf den Ökolandbau, wobei sich die Operationelle Gruppe mit der Generierung spezialisierter Bilddatensätze im Rahmen der mechanischen Beikrautregulierung befasst. Feldrobotik soll so von einer Software zur Pflanzenerkennung profitieren, dass sie auch Sonderkulturen und Nischenbereiche im Ökolandbau effizient bedienen kann.
Die Projektgruppen, genannt Operationelle Gruppen, bestehen in der Regel aus mindestens einem Wirtschaftspartner (Land-, Forst- oder Ernährungswirtschaft) und einem oder mehreren Partnern aus Wissenschaft, Verbänden und Beratungsunternehmen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Es geht stets um Innovationen, d. h. neue Verfahren oder Produkte. Wie Innovationsprojekte auf nationaler Ebene und auf EU-Ebene von der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) unterstützt werden können, stellte Frau Dr. Leonie Göbel vor.
Herr Dr. UIrich Gehrlein vom Institut für Ländliche Strukturforschung e. V. (IfLS), informierte die Teilnehmer/-innen über den Status Quo des Wissens- und Innovationssystems (engl. Abkürzung: AKIS) in Thüringen und über die darauf basierenden Handlungsempfehlungen.
Auch der Start in die neue Förderperiode einschließlich damit einhergehender relevanter Änderungen wurde thematisiert.
In der neuen Förderperiode kommt es zur Anwendung der in diesem Jahr neu veröffentlichten Richtlinie zur Innovationsförderung (IFL). Die Innovationsdienstleisterin des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum steht, ebenso wie die Thüringer Aufbaubank, den Empfängern der Förderung von der Projektidee bis zum -abschluss zur Seite.