Am 13. November 2023 stellen sich die thematisch rund ums Saatgut tätigen Bereiche (Anerkennungsstelle, Saatgutlabor, Phytopathologie) des Thüringen Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum in Form eines Kolloquiums vor. Dabei dreht es sich um verschiedenste Aspekte von A wie beispielsweise Anerkennung von Saat- und Pflanzgut über die Beschaffenheits- und Gesundheitsprüfung bis Z wie Zertifizierung oder zystenbildende Nematoden.
Damit Saatgut anerkannt wird und entsprechend deklariert in den Handel darf, muss es von hoher Qualität sein. Um bis zum Verbraucher - egal ob Landwirt oder Hobbygärtner - zu gelangen, hat eine Saatgutpartie einige Hürden zu bewältigen.
Es beginnt bereits mit einer intensiven Prüfung des Feldbestandes der Vermehrungsflächen.
So müssen Pflanzen, die später das Saatgut liefern sollen, gesund sein. Auf dem gleichen Feld dürfen auch keine Unkräuter oder andere Kulturpflanzen wachsen, denn deren Samen sollen ja später nicht in den Samentüten im Baumarkt oder in den Drillmaschinen der Bauern landen.
Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Anerkennung einer Saatgutpartie ist ein Besuch im Jenaer Labor des TLLLR. Hier werden Proben auf Fremdbesatz, Reinheit, samenrelevante Krankheiten oder Schadinsekten untersucht. Auch die Keimfähigkeit des Saatgutes wird einer Kontrolle unterzogen.
Diese Beschaffenheitsprüfung im Labor unterliegt dabei internationalen Standards. Das Saatgutlabor des Landesamtes ist durch die ISTA (International Seed Testing Association) und durch die DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH) akkreditiert. Durch die strikte Umsetzung der Vorgaben und Methoden ist eine hohe und gleichbleibende Qualität der Untersuchungsergebnisse gesichert.
Die hohen Anforderungen sind im Saatgutverkehrsgesetz und in weiteren einschlägigen Saat- bzw. Pflanzgutverordnungen geregelt. Erst wenn diese erfüllt und durch das TLLLR kontrolliert wurden, gelangt das Thüringer Saatgut zum Verkauf.
Wer sich für das Thema und die vielen verbundenen Details interessiert, ist herzlich eingeladen, die Veranstaltung zu besuchen.
Falls der Weg nach Jena zu weit ist, kann am Kolloquium auch einfach online teilgenommen werden.