Die Veranstaltung von TLLLR und TLUBN am 22.06. war in dieser Form eine Premiere und brachte Ergebnisse, die über eine unbedingte Fortsetzung nachdenken lassen. Nach kurzer Einleitung im Buttelstedter Betriebsgelände teilten sich die über 100 Besucher in Gruppen auf, um die vorbereiteten Stationen auf den Flächen des TLPVG zu besuchen.
Die Station Feldhamster- und Rotmilanschutz (Maßnahmen F1-3 und R) befasste sich auf einen Schlag bei Nermsdorf mit den dort angelegten Feldhamsterparzellen und Schutzstreifen. Sogar einen Bau, deren Bewohner sich allerdings zurückhielt, konnte man sehen. Die Maßnahmen, welche nachweislich nicht nur dem stark bedrohten Feldhamster Lebensraum bieten, standen im Fokus. Vor Ort wurde z.B. die Zusammensetzung der Blühmischung diskutiert.
Der Weg zu Station 2 - Blühstreifen und Schlagteilung (Maßnahmen B und SG) - führte entlang einer Demonstration für Schlagteilung. Weizen, Gerste und Roggen wuchsen auf einem Schlag, unterbrochen von Blühstreifen entsprechend Ökoregelung 1. Man konnte die Strukturierung der Landschaft sehen, die eben nicht durch nur eine Kultur dominiert wurde.
In Rohrbach begutachteten die Teilnehmer farbenprächtige mehrjährige Wildkräuter-Blühstreifen, die zu verschiedenen Zeitpunkten gedrillt waren. Geduld ist bei Anlage dieser Landschaftselemente offensichtlich ein entscheidendes Kriterium. Die Wildkräuter zeigen oft erst im zweiten Jahr das nötige Potenzial, um Beikräuter zu verdrängen. In etablierten Beständen sind Letztere dann nur sehr vereinzelt enthalten und die abwechslungsreiche Blütentracht für eine hohe Anzahl an Insekten erstrahlt von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Ansaattechnik und Pflege wurde intensiv diskutiert, genauso wie Vorteile für verschiedene heimische Tierarten. Die anwesenden Vertreter beider Landesämter konnten direkt vor Ort zahlreiche Fragen zu Förderung und Kontrollen beantworten und Schwerpunkte für künftige Schulungen mitnehmen.
An Station 3 widmeten sich die Besucher der Streuobstpflege (Maßnahme S). In dem gesetzlich geschützten Biotoptyp Streuobstwiese ging es auch um das Mahdprogramm (Maßnahme M) sowie die Vorgehensweise des Altbaumpflegeschnitts und der Nachpflanzung (hier über ENL Projekte). Abschließend ging es zu einem, im Rahmen des VIA Natura Projektes angelegten Feldrain, der zuvor wegen des Beikrautdrucks durch einen Schröpfschnitt gepflegt wurde. Die angesäte Blühmischung aus Wildpflanzen befindet sich zwischen 2 Ackerflächen. Auf den Unterschied zu nicht ortsgebundenen oder kurzweiligen Blühstreifen wurde eingegangen.
Die Tour endete mit vielen positiven Rückmeldungen in der Getreidehalle des TLPVG.