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TLLLR-Medieninformation 15/2021 KULAP-Maßnahmen fördern den Artenschutz


Effizienzkontrollen zeigen die hohe Bedeutung von KULAP-Maßnahmen auf Biotopgrünland für Heuschrecken, Tagfalter und Widderchen.

Braunfleckiger Perlmutterfalter (Boloria selene) sitzt auf einer Ackerwitwenblume
Braunfleckiger Perlmutterfalter (Boloria selene) auf Ackerwitwenblume auf einer Bergwiese im Thüringer Wald (Foto: M. Schwabe, TLLLR)

Das Thüringer Programm zur Förderung von umwelt- und klimagerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege (KULAP 2014) verfolgt diverse Klimaschutzziele und den Erhalt der Biodiversität.

Im Vorjahr erfolgte nun die Untersuchung auf Thüringer Wiesen und Weiden, ob diese Ziele erreicht wurden. Auf 91 Biotopgrünlandflächen, die im Grünland-Programmteil des KULAP gefördert werden, beauftragte das TLLLR eine Bestandserhebung von Tagfaltern, Widderchen und Heuschrecken.

Auf den untersuchten Flächen wurden 76 Tagfalter- und 10 Widderchenarten nachgewiesen. Das entspricht ca. 60 % der in Thüringen heimischen Tagfalter- und Widderchenarten. Von den erfassten Tagfalterarten werden 20 in der Roten Liste Deutschland als „gefährdet“ oder „stark gefährdet“ geführt. Mit der Berghexe (Chazara briseis) war sogar eine deutschlandweit vom Aussterben bedrohte Art dabei.

Im Vergleich zur letzten Evaluierung im Jahr 2011 fällt auf, dass das Faltervorkommen nicht zunimmt. Flächen mit Mahd weisen hierbei eine etwas geringere durchschnittliche Gesamtartenzahl auf als Flächen mit Beweidung.

Zudem wurden auf den untersuchten Flächen 39 und damit fast drei Viertel der in Thüringen heimischen Heuschreckenarten nachgewiesen. Einige davon stehen ebenfalls auf der Roten Liste. Dazu gehört der in Thüringen vom Aussterben bedrohte Zwerggrashüpfer. Zwei weitere Arten, der Schwarzfleckige Grashüpfer und die Roflüglige Schnarrschrecke, gelten für die betreffenden Flächen als Leitarten. Sie können nur geschützt werden, wenn die derzeitige Pflegemaßnahme mit Hüteschaf- oder Ziegenhaltung Bestand hat.

Für die Heuschreckenfauna sind etwa zwei Drittel der untersuchten Flächen von sehr hoher Bedeutung. Im Vergleich zu 2011 ist die Artenvielfalt bei Heuschrecken sogar leicht angestiegen.

Die Ergebnisse dieser Erhebung bestätigen den hohen naturschutzfachlicher Wert der Thüringer Grünlandflächen und die Bedeutung der KULAP-Förderung für deren Erhalt.

Kontakt

Torsten Weidemann

Pressesprecher
Tel.: +49 361 574041-135
Fax: +49 361 572041-390 ed.negnireuht.rlllt[ta]elletsesserp

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