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KULAP-Maßnahmen unterstützen die Vogelwelt


Effizienzkontrollen zeigen die hohe Bedeutung der KULAP-Maßnahmen für Wiesenbrüter und Feldvögel

Amsel auf Feld (Turdus merula)
Amsel auf Feld (Turdus merula), Foto: TLLLR

Das Thüringer Programm zur Förderung von umwelt- und klimagerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege (KULAP 2014) strebt verschiedene Ziele zum Klimaschutz und zur Erhaltung der Biodiversität an. Das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum 2014-2020 schreibt vor, Effizienzkontrollen zu diesen konkreten Zielen anhand geeigneter Indikatoren durchzuführen.

Im Jahr 2021 wurde hierzu der Bestand von Vögeln – Wiesenbrütern sowie Feldvögeln – auf 49 Biotopgrünlandflächen und 50 Ackerflächen mit den Maßnahmen Ökologischer Landbau, Artenreiche Fruchtfolge und einjährige bzw. mehrjährige Blühstreifen innerhalb und außerhalb von Kulissen erfasst. Die Ergebnisse dieser Erhebung zeigen den naturschutzfachlichen Wert von Blühstreifen und des Ökolandbaus als Nahrungsquelle und als Brutstätten für Feldvögel sowie die Wichtigkeit, die Thüringer Biotopgrünlandflächen für den Schutz der Wiesenbrüter zu erhalten und geeignet zu pflegen.

Auf Ackerflächen wurden Brutreviere sowie die Anzahl und Artenvielfalt der Vögel als Nahrungsgäste erhoben. Besondere Beachtung fanden dabei die besonders schützenswerten Arten Kiebitz, Rebhuhn und Grauammer.

Auf Weizenflächen mit der KULAP-Maßnahme Ökologischer Landbau wurden mit einer Anzahl von durchschnittlich 12,5 brütenden Feldvögeln fast doppelt so viele nachgewiesen wie auf konventionellen Weizenflächen (durchschnittlich 6,3 Brutreviere). Auch die Artenvielfalt war im ökologischen Landbau um ca. ein Drittel höher, Nahrungsgäste kamen sogar über dreimal so viele wie auf konventionellen Weizenflächen.

Bei den Blühstreifen fiel auf, dass die mehrjährigen Blühstreifen die besten Ergebnisse erzielten. Eine Rolle spielen hier die ganzjährig vorhandenen Strukturen und Nahrungs-, Deckungs- oder Sitzplatzmöglichkeiten bereits im Frühjahr und bis spät in den Herbst.

Insgesamt ist die Bedeutung von Blühstreifen als Nahrungsplattform auch für nicht direkt dort brütende Vögel als sehr hoch einzuschätzen.

Bei den Untersuchungen auf Biotopgrünland wurde das Hauptaugenmerk auf Wiesenbrüter-Arten wie Kiebitz, Bekassine, Brachvogel, Braunkehlchen, Grauammer, Schafstelze, Wachtelkönig und Wiesenpieper gelegt.

Hierbei wurde deutlich, dass die jeweilige Brutvogelfauna neben der Flächenbewirtschaftung durch eine Reihe weiterer Faktoren bestimmt wird. Dazu gehören die Lage, Flächengröße und das nähere Umfeld, sowie allgemein die über die Jahre erhöhte Austrocknung mancher Nasswiesen im Sommer. Auch durch menschliche Naherholungsnutzung mit z.T. frei laufenden Hunden verlieren manche Flächen nicht geringfügig an Lebensraumqualität für Wiesenbrüter. Umso wichtiger ist es, die Flächenqualität durch das geeignete Pflege- und Nutzungsregime im Rahmen des KULAP-Programms zu erhalten.

Aktuell läuft das Antragsverfahren für die KULAP-Förderperiode ab 2023. Viele Landwirte integrieren in diesem Rahmen freiwillig Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt.

Kontakt

Torsten Weidemann

Pressesprecher
Tel.: +49 361 574041-135
Fax: +49 361 572041-390 ed.negnireuht.rlllt[ta]elletsesserp

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