Es geht um Verfahren zur Antibiotikareduktion in der Milchviehhaltung, Paratuberkulose-Bekämpfung bei Milchziegen und Emissionsminderung von Stallabluft. Auch die nachhaltige Verarbeitung von Wolle aus Thüringen und Pflanzenfasern sowie lastabtragender Strohballenbau und schonende Holzernte werden thematisiert. Trüffel- und Haselnussanbau in Thüringen, die Wiederbelebung Thüringer Linsensorten sowie die Kultivierung von Würzpilzen stehen im Fokus.
Zum Thema Biodiversität präsentiert sich eine Kooperation, die ökologisch vermehrte Saatgutmischungen aus regionalen insektenfördernden Wildpflanzen entwickelt.
In der Land- und Forstwirtschaft sind mehr denn je nachhaltige Produktionsweisen gefragt. Doch Veränderungen sowie die Anwendung neuer Techniken brauchen Zeit, Fachkenntnisse und praktische Erfahrungen. Die Entwicklung, Testung und Praxiseinführung innovativer Lösungen in der landwirtschaftlichen Praxis zu stärken, ist wesentliches Ziel der „Europäischen Innovationspartnerschaft für Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit (EIP-AGRI)“. Seit 2015 werden auch in Thüringen praxisnahe Innovationsprojekte über dieses ELER-Förderinstrument unterstützt.
Die Besonderheit der Innovationsförderung ist, dass Landwirtinnen und Landwirte bei der Innovationsentwicklung und -verbreitung als ein Ideengeber aktiv beteiligt sind und ihre praktischen Erfahrungen einbringen (Bottom-up-Ansatz). Dabei arbeitet die landwirtschaftliche Praxis mit Partnern aus der Wissenschaft, Wirtschaft, Beratung oder Verbänden auf Augenhöhe zusammen. Die unterschiedlichen Akteure gründen für die Projektdurchführung eine sogenannte „Operationelle Gruppe (OG)“.
Mittlerweile wurden in Thüringen 56 solcher Operationellen Gruppen auf den Weg gebracht, deren Vorhaben ein breites Themenspektrum abdecken. Hierbei geht es vor allem um neue Verfahren und Produkte im Pflanzenbau (einschließlich Gartenbau und Forst), in der Tierhaltung und in der Lebensmittelverarbeitung. Die Förderung innovativer Lösungen erfolgt vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Herausforderungen in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (Ressourcenknappheit, Tierwohl, Klimawandel usw.) und unter Berücksichtigung der regionalen Strukturen in Thüringen. Über das europaweite EIP-AGRI-Netzwerk werden die Projektergebnisse verbreitet und können dadurch auf andere Regionen oder Länder übertragen werden.
Im Förderprogramm spielt zudem der Wissenstransfer eine wichtige Rolle, die innovativen Ideen sollen in der Praxis ankommen. Die Verwertung der Projektergebnisse wird daher von Projektbeginn an im Blick behalten.
Vernetzung und Austausch sind oftmals wichtige Schlüsselfaktoren für erfolgreiche Innovationen und Veränderungen.
Wenn Sie mehr erfahren möchten, kommen Sie am Messestand der EIP-AGRI-Innovationsprojekte (Halle 1, Nr. 1-313) vorbei.
Tauschen Sie sich mit Vertretern Operationeller Gruppen, der Innovationsdienstleisterin des Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum und gleich nebenan mit der Thüringer Aufbaubank zur Umsetzung von innovativen Projekten sowie über die Einführung von Neuerungen aus.
Hintergrund:
Mit der ELER-Fördermaßnahme „Innovationsförderung in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft“ wird durch den Freistaat Thüringen aus Mitteln der EU die projektbasierte Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Beratung und Verbänden unterstützt, um gemeinsam innovative Lösungen für praxisrelevante Frage- und Problemstellungen zu finden. Die Überführung und Verbreitung von Innovationen in die Praxis soll die Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft stärken.
Die besten Projekte der Branche 2024 werden anlässlich des Thüringer Innovationsforums am Vorabend der Grünen Tage Thüringen gekürt.