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Tiergesundheit/Tierwohl - jeder Mitarbeiter zählt


Eine Weiterbildungsveranstaltung für die rund 800 Mitarbeiter in Thüringer Schweine haltenden Betrieben, die täglich, Montag bis Sonntag, auch an Feiertagen, dafür sorgen, dass die Ferkel, Sauen und Mastschweine ordnungsgemäß versorgt werden.

Jungschweine auf Stroh

Dazu gehören u.a. das Füttern, tägliche Gesundheitskontrollen und die Durchführung aller Arbeitsgänge, die in den einzelnen Haltungsabschnitten zu erledigen sind. Durch ihre motivierte sowie sach- und fachgerechte Betreuung haben die Tierpfleger einen großen Einfluss auf das Wohlergehen unserer Tiere. Regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen vertiefen und ergänzen vorhandenes Wissen und werden sehr rege nachgefragt. So auch am 20. April 2021. Es meldeten sich rund 200 Wißbegierige, davon waren rund 85% Mitarbeiter aus Schweine haltenden Betrieben.

Seit diesem Jahr werden die zertifizierten Schulungen vom Bundesprojekt „Netzwerk Fokus Tierwohl“ finanziell unterstützt. Das Bundesprojekt, an dem das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) als Partner beteiligt ist, steht für einen intensiven Wissenstransfer in die Praxis und unterstützt die Landwirte und deren Mitarbeiter auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Tierhaltung. Dabei wird mit anderen landwirtschaftlichen Bildungsträgern intensiv kooperiert, um möglichst viele Interessenten erreichen zu können. Das Angebot der vielfältigsten Veranstaltungen, die in Thüringen und bundesweit angeboten werden, ist online abrufbar. Die Weiterbildungsangebote richten sich nicht nur an Tierhalter und Beschäftigte in der Tierhaltung, sondern auch an Tierärzte und landwirtschaftliche Berater.

Am 20. April ging es bei der Weiterbildung um zwei Themen: Hygiene und Tiersignale. Nach einem Jahr mit Corona steht das H in den AHA-Regeln im täglichen Miteinander der Menschen wieder bewusster als bisher im Vordergrund. H wie Hygiene hat auch in der Tierhaltung einen hohen Stellenwert, denn die Tiergesundheit wird auch durch geeignete Hygiene- und Managementmaßnahmen gesichert. Es ist keine neue Weisheit: Das beste Medikament hilft nicht, wenn nicht auch das Umfeld – sprich die Hygiene - stimmt. Deshalb ist bei jeder Neubelegung eines Stallabteiles eine gründliche Reinigung das A und O. Durch die Nassreinigung wird der grobe Schmutz und damit auch die daran anhaftenden Keime entfernt. Weil die Reinigung nicht vermag, die Erreger zu inaktivieren, schließt sich eine wirkungsvolle Desinfektion an. Henrike Freitag von der Fachhochschule Südwestfalen gab wertvolle Tipps, das machte auch die sehr frische Diskussion deutlich.

Der zweite Teil der Weiterbildung stand ganz im Blick der Tiersignale. Denn es gibt nicht nur Pferdeflüsterer, sondern auch Schweineversteher wie Mirjam Lechner von der UEG Hohenlohe. Ihr größtes Anliegen ist es, die Mitarbeiter und Tierhalter zu motivieren, stärker auf das zu achten, was an den Tieren zu erkennen ist und was dies bedeutet. Wenn das Auge der Tierhalter und –pfleger geschärft ist, Auffälligkeiten bei Schweinen besser zu erkennen und zu verstehen, kann viel besser gehandelt werden. „Machen ist wie wollen, nur krasser“, so ihre Botschaft an diesem 20. April online. Und machen setzt Wissen voraus. Dieses Wissen wurde innerhalb des EIP Agri Coachingsystems „Schweinesignale erkennen, verstehen und nutzen (pig handling)“ von der Arbeitsgruppe um Mirjam Lechner in die  Schweinesignal-APP „Fitfor-Pigs“ https://www.fitforpigs.de/ eingearbeitet. Es ist ein besonders schöner Nebeneffekt einer Schulungsveranstaltung, wenn der „Lehrer“ erlebt, wie gut seine „Schüler“ im Laufe der Jahre das Wissen bereits verinnerlicht haben. Natürlich ist eine Unterstützung durch geübtes Personal immer wieder sehr hilfreich. Und deshalb ist vorgesehen, interessierte Betriebe nach einer Trainingsphase wieder mit Mirjam Lechner zusammen zu bringen.

Das „Netzwerk Fokus Tierwohl“ sollte jeder gut im Blick behalten, es tut sich viel.

Eine Zusammenfassung und die einzelnen Vorträge zu dieser Veranstaltung sind hier zu finden.

Kontakt

Torsten Weidemann

Pressesprecher
Tel.: +49 361 574041-135
Fax: +49 361 572041-390 ed.negnireuht.rlllt[ta]elletsesserp

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