Am 18.11.2024 veranstaltete das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, gemeinsam mit dem bundesweiten Projekt zur Förderung großkörniger Leguminosen „LeguNet“ in Kooperation mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie dem Naturland e.V., den Mitteldeutschen Sojatag 2024 auf der Agrargenossenschaft Kauern eG. Rund 50 Teilnehmer aus der landwirtschaftlichen Produktion, Pflanzenzüchtung, Forschung, Verarbeitung, Vermarktung, Landesverwaltung und Presse wurden umfangreich zur Erzeugung, Aufbereitung und Verwertung der Sojabohne informiert.
Der erste Teil des Vortragsprogramms richtete sich thematisch an der aktuellen Lage und dem Potenzial des Sojaanbaus im Allgemeinen, sowie dem Anbau selbst und Anbauerfahrungen aus. Einleitend wurde zunächst das modellhafte Demonstrationsnetzwerk zur Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Körnerleguminosen in Deutschland „LeguNet“, durch den Moderator der Veranstaltung und Regionalmanager des Projekts, Sebastian Pietschmann, vorgestellt. Danach informierte der Vorstandvorsitzende der Agrargenossenschaft Kauern eG, Klaus-Jürgen Plötner, über den eigenen Betrieb, den angegliederten Hofladen und die Erfahrungen im Sojaanbau und in der -fütterung. Anschließend beleuchtete Martin Miersch, geschäftsführender Vorsitzender des Deutschen Sojaförderrings e.V., das Anbaupotenzial von Soja in Deutschland und Thüringen sowie die erforderliche Impfung, die Anbau- und Erntetechnik sowie die Erfordernisse bei der Lagerung dieser Sonderkultur. Sebastian Lahr, Referent für Öl- und Eiweißpflanzen des TLLLR, präsentierte im darauffolgenden Beitrag einen Überblick zur aktuellen Lage und Perspektive des Sojaanbaus in Thüringen sowie die Ergebnisse der Soja-Landessortenversuche.
Der zweite Teil der Vortragsreihe griff thematisch die Verwertung und Vermarktung der Sojabohne auf. Zum größten Teil findet Soja in der Tierfütterung Verwendung. Neben dessen Vorteilen, gerade in Bezug auf das vorzügliche Nährstoffprofil, wurde im Beitrag von Prof. Dr. Nadine Bergk, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, auch über die tierartspezifische Aufbereitung der Bohne zum Futter und die Rationsgestaltung informiert. Die letzten beiden Vorträge wurden durch Vertreter der EZG SO!JA w.V. gehalten und widmeten sich der Vorstellung und Zielformulierung der Erzeugergemeinschaft selbst, sowie dem Vermarktungspotenzial und den verschiedenen Vermarktungswegen von Soja im mitteldeutschen Raum.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Demonstration einer mobilen Soja-Toastanlage (EST EcoToast ET1-100) durch Vertreter der EZG SO!JA w.V. und eine Besichtigung der hofeigenen Trocknungsanlage durch Herrn Plötner.
Die rege Diskussion und vielfältigen Fragen zu verschiedenen Themen rund um die Sojabohne an die anwesenden Experten zeigte das allgemeine Interesse an dieser Sonderkultur und den Bedarf dieses Veranstaltungsformat fortzuführen.
Der Mitteldeutsche Sojatag in Kauern war Teil einer thematisch wechselnden Veranstaltungsreihe zur Sojabohne von den LeguNet-Verbundpartnern aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt und setzte diesmal Verarbeitung, Fütterung und Vermarktung in den Fokus. Der nächste Teil dieser Reihe wird voraussichtlich 2025 vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Kooperation mit dem TLLLR und dem Naturland e.V. in Sachsen veranstaltet.
Programm und Termin werden, sobald verfügbar, im Thüringer Agrarkalender zu finden sein.