Der Ackerfuchsschwanz stellt für viele Landwirte eine zunehmende Herausforderung dar, insbesondere in intensiven Wintergetreidefruchtfolgen, wie sie in Thüringen typisch sind. Die hohe Konkurrenzkraft dieses Grases gegenüber Kulturpflanzen sowie die zunehmende Resistenz gegen verschiedene Herbizidwirkstoffe machen eine gezielte und integrierte Bekämpfungsstrategie erforderlich.
Eine zusätzliche große Herausforderung ergibt sich durch den jüngst von der EU beschlossenen Wegfall des Wirkstoffs Flufenacet, der bislang im Vorauflauf oder im frühen Entwicklungsstadium des Getreides eine der wichtigsten Maßnahmen zur Bekämpfung dieses Problemunkrauts darstellt.
Rund 130 Landwirte diskutierten am 5. Juni auf den Flächen des Landwirtschaftlichen Zentrums "Hörseltal" e. G. in Mechterstädt über mögliche Ansätze, um den Ackerfuchsschwanz künftig besser in den Griff zu bekommen.
Die Mechterstädter hatten eigens für den Feldtag gemeinsam mit Fachleuten für Pflanzenschutz und Sortenwahl des TLLLR Versuchsparzellen auf einem mit dem Ungras stark belasteten Schlag angelegt. So konnten Ansätze für zukünftige Strategien direkt am praktischen Beispiel bewertet und diskutiert werden. Neben dem Einsatz alternativer Pflanzenschutzmittel – die aber teilweise in deutlich höheren Aufwandmengen als Flufenacet ausgebracht werden müssten, ohne ein vergleichbar gutes Ergebnis zu erzielen – stehen insbesondere anbautechnische Maßnahmen im Fokus.
Ein zentraler Ansatzpunkt ist dabei die Gestaltung der Fruchtfolge: Der regelmäßige Wechsel von Winterungen zu Sommerungen – etwa Mais, Sommergerste oder Leguminosen – kann den Lebenszyklus des Ackerfuchsschwanzes wirkungsvoll unterbrechen. Auch Sorten, die durch ihren Habitus den Ackerfuchschwanz im wahrsten Sinne in den Schatten stellen, könnten Vorteile bieten.
Als besonders wirkungsvoll erwies sich auf den Versuchsflächen in Mechterstädt die deutlich spätere Aussaat von Wintergetreide, um vorher aufgelaufene Unkräuter gezielt zu bekämpfen. Die positiven Effekte dieser Maßnahme konnten eindrucksvoll dokumentiert werden.
Auch mechanische Verfahren stellen einen wichtigen Bestandteil im Bekämpfungskonzept dar. So kann eine frühzeitige Stoppelbearbeitung nach der Ernte – durch wiederholtes flaches Bearbeiten – die Keimung der Samen anregen, sodass sie im Anschluss mechanisch oder chemisch bekämpft werden können. Die dafür geeignete Technik wurde exemplarisch in einer Präsentation der Firmen Väderstad und Treffler vorgestellt.
Abgerundet wurde der informative Feldtag, der im kommenden Jahr an gleicher Stelle seine Fortsetzung finden soll, durch das kulinarische Angebot der Landfleischerei Mechterstädt, die mit Spezialitäten aus eigener Direktvermarktung bestens für das leibliche Wohl der Besucher sorgte.
