Seit zwei Jahren ist der 12. Mai der Internationale Tag der Pflanzengesundheit. An diesem Tag soll die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden, dass neue Pflanzenschädlinge und -krankheiten oft mit den Pflanzen selbst verschleppt werden und sich so in neuen Gebieten ansiedeln. Dies gilt es zu verhindern.
Weltweit darf grundsätzlich nur mit Pflanzen gehandelt werden, die vorab auf Schädlinge und Krankheiten untersuchten worden sind. Das Freisein von gefährlichen Krankheiten und Schädlingen gilt international die Bestätigung mit einem Pflanzengesundheitszeugnis, welches die Sendungen dann begleiten muss. Innereuropäisch ist für gewerbliche Pflanzensendungen ein Pflanzenpass ausreichend.
Pflanzen, Samen, Früchte, Blumen und naturbelassene Holzprodukte sollten von Reisen grundsätzlich nicht mitgebracht werden. Privatpersonen können ihren Beitrag leisten, indem sie sich an die Regelungen halten, dass ohne Pflanzengesundheitszeugnis keine lebenden Pflanzen oder Teile davon in die EU eingeführt werden dürfen. Aus pflanzengesundheitlicher Sicht gelten auch die Kanarischen Inseln als außereuropäisch. Das bedeutet, dass ohne Pflanzengesundheitszeugnis auch von dort keine Pflanzen oder Teile lebender Pflanzen mitgebracht werden dürfen. Internetkundinnen und -kunden sollten darauf achten, dass Versandhändler die Bestimmungen einhalten. Ein Pflanzengesundheitszeugnis erhält man vom Pflanzenschutzdienst des Ursprungslandes, wenn die Ware untersucht worden ist. Ohne Pflanzengesundheitszeugnis werden Pflanzen bei der Einfuhr vernichtet und ein Bußgeldverfahren ist möglich.
Vor einigen Jahren wurde in Thüringen ein Exemplar des Asiatischen Laubholzbockkäfers (Anoplophora glabripennis) gefunden, eingeschleppt durch Verpackungsholz von Steinsendungen aus China. Dieser Käfer gehört zu den gefährlichsten Schädlingen und würde auch verschiedene einheimische Laubbäume angreifen. Seine Larven fressen im Holz von gesunden sowie vitalen Bäumen. Einheimische Bockkäfer dagegen besiedeln nur absterbende und bereits abgestorbene Bäume. Zum Glück wurde der Käfer seinerzeit von einem aufmerksamen Bürger rechtzeitig entdeckt, bevor er sich vermehren konnte. Solche Käfer wurden an verschiedenen Orten in Deutschland und Europa eingeschleppt; die Ausrottung ist sehr personal-, kostenintensiv und dauert meist mehrere Jahre.
Hintergrund:
Den Tag der Pflanzengesundheit regelmäßig zu begehen, wurde von Sambia angeregt und von der UN-Generalversammlung einstimmig beschlossen. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat diesen Beschluss gern unterstützt. Ihr ist das Thema Pflanzengesundheit wichtig, da es für die Bekämpfung des Hungers in der Welt von entscheidender Bedeutung ist. Pflanzenschädlinge und -krankheiten verursachen massive Ernteverluste und Millionen von Menschen bleiben nicht zuletzt auch deswegen ohne ausreichende Nahrungsmittel.
Die FAO schätzt, dass durch Pflanzenschädlinge und -krankheiten Ernteverluste von bis zu 40 Prozent entstehen. Der Schaden, den sie in der Landwirtschaft anrichten, verschärft das Problem des wachsenden Welthungers und bedroht die Existenzgrundlage der ländlichen Bevölkerung. Der Schutz von Pflanzen vor Schädlingen und Krankheiten ist weitaus kosteneffizienter als später die Bewältigung von Pflanzenschutz-Notfällen durch Pflanzenschutzmittel. Haben sich Pflanzenschädlinge und -krankheiten erst einmal etabliert, sind sie oft nicht mehr auszurotten, und ihre Bekämpfung ist zeitaufwändig und teuer. Pflanzengesundheit ist nicht mit dem Begriff Pflanzenschutz zu verwechseln. Das Anliegen der Pflanzengesundheit ist es, die Verschleppung und Ansiedlung neuer Pflanzenschaderreger von vornherein zu minimieren.