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Thüringer Landwirtschaft setzt verbreitet auf digitale Technologien


Eine Befragung der Thüringer Landwirte und Gärtner wurde erfolgreich abgeschlossen und liefert erste Ergebnisse.

Digitale Technologien finden in der Thüringer Landwirtschaft verbreitet Anwendung. Zu diesem Ergebnis kommt die Befragung der Thüringer Landwirtinnen und Landwirte, die das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) in Zusammenarbeit mit der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Bayern im Zeitraum August bis November 2020 durchführte. Demnach nutzen bereits drei Viertel der 89 teilnehmenden Landwirtinnen und Landwirte mindestens eine digitale Technologie im eigenen Betrieb.

Die Ergebnisse geben erstmals Einblicke in die aktuelle Nutzung und die Perspektiven digitaler Technologien in der Thüringer Landwirtschaft. Die gewonnenen Erkenntnisse können Politik, Fördergeber und Beratern Hinweise geben, wie digitale Transformation der Thüringer Agrarbetriebe bestmöglich gefördert werden kann. Das Landesamt wird zukünftig alle Verwaltungsleistungen immer auch in digitaler Form anbieten und die Landwirtinnen und Landwirte mit Fachprojekten bei der Nutzung von digitalen Technologien unterstützen.

Die Umfrage zeigt, dass im Außenbereich am häufigsten automatische Lenksysteme, georeferenzierte Bodenproben, digitale Ackerschlagkartei sowie GPS-gesteuerte Teilbreitenschaltung zum Einsatz kommen. Auch in den nächsten Jahren zeichnet sich ein verstärktes Interesse an Investitionen für die Technologien zur Teilflächenbewirtschaftung ab.
In der Tierhaltung sind vorrangig spezielle Management-Informationssysteme sowie Stallkameras von Bedeutung. Diese ermöglichen eine bessere Gesundheitskontrolle der Tiere. Die Nutzung von Stallrobotern, die Arbeitsprozesse erleichtern, bleibt dagegen hinter den Erwartungen zurück.

„Wir wollen unsere Förderangebote an der Praxis ausrichten. Deshalb ist das Feedback der Landwirte auf die Umfrage so wichtig“, sagt Landwirtschaftsminister Benjamin-Immanuel Hoff. „Wir wollen die Digitalisierung in allen Handlungsfeldern voranbringen. Bereits seit 2015 können Landwirtinnen und Landwirte Beihilfen oder Umweltmaßnahmen einfach online beantragen. Die Methode hat Erfolg. Etwa 99 Prozent der Anträge werden online eingereicht. Thüringen gehört auch zu den wenigen Bundesländern, die den Satellitenpositionierungsdienst –SAPOS– kostenlos bereitstellen. Der präzise GPS-Dienst ermöglicht den Einsatz digitalisierter Maschinen sowie ein nachhaltiges Flächenmanagement und wird in der Praxis rege genutzt. Die Landesbehörden stellen außerdem für jeden kostenlos Daten z.B. zu Bodenbedingungen, Wetter und Nitratbelastung bereit. Über unsere Investitionsförderung besteht die Möglichkeit, kleinere und mittlere Agrarbetriebe bei der Anschaffung von Maschinen mit digitaler Ausstattung wie spezieller Software oder Sensor-Technologie zu unterstützen.“

Einer größeren Verbreitung digitaler Technologien in der Thüringer Landwirtschaft stehen derzeit aus Sicht der befragten Betriebe vor allem hohe Anschaffungs- und Betriebskosten entgegen. Weitere Gründe für einen Verzicht sind Bedenken bei Datenschutz und Datenhoheit. Der Ausblick in die Zukunft stimmt aufgrund des vorhandenen Investitionsinteresses für digitale Technologien optimistisch.

Eine erste Auswertung der Ergebnisse ist hier verfügbar.

Kontakt

Torsten Weidemann

Pressesprecher
Tel.: +49 361 574041-135
Fax: +49 361 572041-390 ed.negnireuht.rlllt[ta]elletsesserp

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