Die Saatgutvermehrungsfläche in Thüringen ging gegenüber dem Vorjahr (14.300 ha) auf 13.300 ha leicht zurück. Verringerte Flächen waren vorwiegend bei Wintergerste und Gräsern zu verzeichnen. Leichte Zuwächse gab es bei Winterweichweizen und Futtererbsen. Der Anteil an ökologisch erzeugtem Saatgut stieg von im Vorjahr 4,2 % auf nun 5,6 %. Bei Pflanzkartoffeln (Gesamtfläche 286 ha) beträgt der Anteil bereits 28,7 %.
Detaillierte Angaben zu Flächenanteilen einzelner Fruchtarten und Sorten gibt es auf unseren Internetseiten.
Von allen zur Saatenanerkennung beantragten Vermehrungsflächen mussten nur 2 % wegen Nichteinhaltung der geforderten Basisnormen aberkannt werden. Im Vorjahr waren es noch 4 %.
Grund dafür waren auch die Witterungsbedingungen im Herbst 2021 mit deutlich mehr Niederschlag, der Ausfallgetreide und allgemein häufig vorkommende schwer trennbare Arten (Fremdbesatz) schneller auflaufen ließ und so eine wirksame Bekämpfung ermöglichte.
Die anhaltende Trockenheit und die starke Sonneneinstrahlung in 2022 ließen die Bestände sehr schnell abreifen. Dadurch wurde die Kornfüllung erheblich beeinträchtigt und führte u. a. bei Winterweizen zu überwiegend niedrigeren Tausendkornmassen (z. B. ‘RGT Reform‘ von 28,5 g bis vereinzelt max. 48,3 g). Der Durchschnitt liegt bislang bei 44,3 g. Die Keimfähigkeiten der geprüften Wintergetreidearten sind aber durchweg gut bis sehr gut und liegen im Mittel der Fruchtarten bei 97 %.
Günstig war die trockene Vegetationsperiode bezüglich Krankheitserreger. Weder bei den Wintergetreidearten (z. B. Fusarium) noch bei den Leguminosen (Ascochyta) kam es im Feldbestand zu Pilzinfektionen, die Einfluss auf die Keimfähigkeit und damit auf die Anerkennungsfähigkeit von Saatgutpartien haben.
Damit kann sich die Qualität des in Thüringen erzeugten Saatgutes auch in diesem Jahr sehen lassen und einer erfolgreichen Herbstaussaat steht nichts im Weg.