Die Deutsche Genbank Obst ist ein Netzwerk von Erhaltungssammlungen traditioneller Obstsorten mit soziokulturellem Bezug zu Deutschland. Das Netzwerk wird vom Julius Kühn-Institut für Züchtungsforschung an Obst in Dresden koordiniert. Insgesamt werden in 41 Sammlungen in ganz Deutschland 743 Apfel-, 288 Kirschen-, 209 Pflaumen-, 239 Erdbeer-, 42 Rubus- und 204 Birnensorten erhalten. So sind am Lehr- und Versuchszentrum für Gartenbau in Erfurt derzeit 180 Apfelsorten und 10 Haselnusssorten auf 3–5 Bäumen gepflanzt. Die Erhaltung obstgenetischer Ressourcen ist eine wichtige Grundlage für die langfristige Sicherung des Obstbaus in Deutschland. Daher wird angestrebt, alle beschriebenen Sorten an zwei Standorten zu erhalten, um das Risiko des Verlustes einzelner Sorten zu minimieren.
Am LVG Erfurt wird die Sammlung auch für die Ausbildung von Streuobstfachwirten genutzt.
Die Früchte werden bei Sortendemonstrationen auf Messen z. B. den Grünen Tagen oder den Bundesgartenschauen präsentiert.
Reiser werden auf Anfrage kostenlos abgegeben, wenn sie nicht in den Fachbaumschulen zu finden sind, damit möglichst viele der Sorten auch künftig in der Landschaft, auf Streuobstwiesen oder in Hausgärten wiederzufinden sind.
Dr. Martin Penzel, Referent für Obstbau am TLLLR, war vom 17. bis 20. Januar auf der Grünen Woche und hat im Rahmen des Netzwerkes die Sammlung des TLLLR vorgestellt und über die Bedeutung der Sortenerhaltung informiert.



