Besonders in der zweiten und dritten Junidekade stiegen die Temperaturen spürbar an und sorgten vielerorts für sommerliches Wetter. Auch wenn der Monatsbeginn noch vergleichsweise kühl ausfiel, dominierte rasch warme Witterung mit vielen Sommertagen.
Im Mittel der Daten des agrarmeteorologischen Messnetzes war der Juni deutlich zu warm – die höchsten Temperaturen lagen weit über 30 Grad. Vor allem in der zweiten Monatshälfte wurde es vielerorts heiß. Entsprechend häufig kam es zu sogenannten Sommertagen, also Tagen mit Höchstwerten über 25 Grad. In manchen Regionen wurden sogar mehrere Hitzetage registriert. Besonders auffällig: Die Sonne zeigte sich äußerst großzügig und schien rund ein Drittel länger als in durchschnittlichen Junimonaten.
Die Trockenheit machte sich allerdings bemerkbar. Die Regenmengen blieben in großen Teilen Thüringens hinter den üblichen Erwartungen zurück. War die erste Junidekade noch durch mehrere Regenereignisse geprägt, fiel insgesamt aber deutlich weniger Regen als im Durchschnitt.
Dies hinterließ Spuren in der klimatischen Wasserbilanz, die zeigt, ob mehr Wasser verdunstet als durch Niederschläge zugeführt wird. Die Daten des Messnetzes zeigen ein Wasserdefizit – es verdunstete deutlich mehr, als nachkam. Dies belastet nicht nur den natürlichen Wasserhaushalt, sondern stellt auch die Landwirtschaft vor Herausforderungen.
Trotzdem könnte der warme, trockene Juni aus agrarischer Sicht auch Positives bringen. Eine alte Bauernregel lautet: „Soll gedeihen Korn und Wein, muss im Juni Wärme sein.“ Bleibt zu hoffen, dass sich diese Regel in diesem Jahr bewahrheitet – und eine gute Ernte eingefahren werden kann.
Umfassende Daten liefert das agrarmeteorologische Messnetz Thüringen.