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Zukunftsthemen für den Obstbau


Der diesjährige Obstbautag am LVG in Erfurt bot einen Einblick in die Herausforderungen der Branche.

Der 33. Obstbautag an der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau (LVG) in Erfurt brachte zahlreiche Experten und Fachbesucher zusammen, um aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Perspektiven des Obstbaus zu diskutieren. 

Torsten Graf eröffnete die Veranstaltung mit einer Analyse der vergangenen Saison und hob hervor, dass die milderen Winter und wiederkehrenden Spätfröste zu gravierenden Ertragsausfällen geführt haben. „Es ist wichtig, langfristige Lösungen zu entwickeln und die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis zu intensivieren“, betonte Graf.

Axel Swoboda, Geschäftsführer der Kindelbrücker Obstbau e. G, sprach über die wachsenden Herausforderungen der Branche. Besonders der zunehmende Wegfall essenzieller Pflanzenschutzmittel stellt viele Betriebe vor wirtschaftliche Schwierigkeiten. Swoboda unterstrich, dass langfristige Strategien wie der Einsatz von Mehrgefahrenversicherungen und Investitionsförderungen entscheidend seien, um die Wettbewerbsfähigkeit der Obstbauern zu sichern. Er forderte zudem eine verstärkte Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern, um die Rahmenbedingungen für den Obstbau zu verbessern.

Im weiteren Verlauf des Tages wurden innovative Ansätze aus der Praxis vorgestellt. Giacomo Gatti und Massimo Zago vom Versuchszentrum Laimburg in Südtirol erläuterten in ihrem Vortrag „Maschineller Schnitt bei Süßkirschen“, wie der maschinelle Schnitt in Kombination mit Handschnitt zu guten Erträgen führen kann. Michael Zoth von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf stellte praxisnahe Strategien zur Optimierung des Fruchtansatzes vor und gab wertvolle Hinweise zu klimatischen Anpassungen sowie zu chemischen und mechanischen Methoden.

Ein weiterer Höhepunkt war der Vortrag von Martin Penzel vom gastgebenden TLLLR, der die Ergebnisse eines Unterlagenversuchs im Nachbau bei Süßkirschen präsentierte. Der Versuch konnte zeigen, dass geeignete Unterlagen für den Nachbau existieren, was für die Praxis von großem Interesse ist. Auch vier Student*innen hatten die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren, wobei der Fokus auf den Unterschieden im Wasserverbrauch und der Wurzelsystemgröße von Kirschen auf verschiedenen Unterlagen lag.

Alexander Zimmermann von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau stellte innovative Frostschutzmethoden vor und beleuchtete dabei sowohl bewährte als auch neue Technologien wie mobile Windmaschinen. Dr. Silvia Krug berichtete über das Projekt „Miro“, das die Niederschlagsverteilung und Prognosemodelle für den Obstbau untersucht. Weitere Parameter sollen künftig in das Projekt einbezogen werden, um präzisere Vorhersagen zu ermöglichen.

Abschließend präsentierte Eveline Maring einen umfassenden Rückblick auf langjährige Untersuchungen zum Pflanzenschutz in Thüringen und betonte die Dringlichkeit, effektive Strategien zur Bekämpfung neuer Schädlinge zu entwickeln. Der Klimawandel begünstigt deren Ausbreitung, was die Notwendigkeit einer gezielten Forschung verdeutlicht.

Die Veranstaltung bot den Teilnehmern nicht nur wertvolle Fachinformationen, sondern auch zahlreiche Impulse für die Praxis. Der Austausch zwischen Wissenschaftlern und Praktikern wurde intensiviert, und es wurde ein klares Ziel formuliert: den Obstbau in Thüringen zukunftssicher zu gestalten.

Kontakt

Torsten Weidemann

Pressesprecher
Tel.: +49 361 574041-135
Fax: +49 361 572041-390 ed.negnireuht.rlllt[ta]elletsesserp

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