
Grünland
In Thüringen macht das Dauergrünland etwa 20 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus. Es ist vor allem auf Flächen zu finden, auf denen die Nutzung als Grünland sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer Perspektive am sinnvollsten ist. Je nach Standort und Art der Nutzung wird dabei grundsätzlich zwischen produktivem und extensivem Grünland unterschieden.
Funktionstypen des Grünlandes
Produktives Grünland bezeichnet meist artenarme Wiesen oder Mähweiden auf ertragreichen Standorten, deren Aufwüchse zwei- bis viermal jährlich genutzt werden. Sie stellen, überwiegend in Form von Konservaten, die Futtergrundlage für Milchkühe oder ein Koferment in Biogasanlagen dar. Die Nutzung von produktivem Grünland ist auf eine hohe Ertragsleistung und Futterqualität ausgerichtet.
Extensives Grünland ist bei ein- bis dreimaliger Nutzung und geringerem Faktoreinsatz ertragsärmer, aber artenreicher als produktives Grünland. Die Nutzung erfolgt meist mit Mutterkühen oder Schafen in Form von Weide und Mähweide. Ist die extensive Bewirtschaftung vorrangig auf die Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege ausgerichtet, spricht man von Biotopgrünland. Dieses umfasst insbesondere die aus naturschutzfachlicher Sicht besonders wertvollen oder schützenswerten Grünlandlebensräume, wie beispielsweise Kalkmagerrasen und Bergwiesen.
Kontakt
Dr. Tina Baumgärtel
Tel.: +49 361 574062-316
Referat 31 - Pflanzenbau und Ökologischer Landbau
tina.baumgaertel@tlllr.thueringen.de
Weitere Informationen

Düngung und Pflege
Um die Grasnarben leistungsfähig zu halten, sind eine entzugsorientierte Düngung sowie entsprechende Pflegemaßnahmen notwendig. Die Pflege umfasst eine regelmäßige Nachsaat mit leistungsfähigen, standorttypischen Gräsermischungen, mechanische Pflegemaßnahmen und im Bedarfsfall die Unkrautbekämpfung.
Publikationen
Versuchsbericht - Wirkung unterschiedlicher Phosphordünger auf Ertrag und Qualität von Dauergrünland (04/2021)
Versuchsbericht 2019 - Nutzungssysteme und Grunddüngung Dauergrünland (03/2020)
Versuchsbericht: Dauergrünlandnutzung am Standort Lichtenhain 1992-2016 (12/2018)
Was tun, wenn das Futter knapp wird? (08/2018)
Tipps zur Pflege von dürrem GL (08/2018)
Pflege von Pferdeweiden (08/2018)
Tipps zur Weidepflege in der Hobbyschafhaltung (08/2018)
Beispiele zur N-Bedarfsermittlung im Grünland (12/2017)
Merkblatt Grünlandpflege – Förderung einer dichten und leistungsfähigen Grasnarbe (02/2016)
Wichtige Giftpflanzen des Grünlandes (07/2014)

Sorten und Mischungsempfehlungen
Grünlandmischungen werden im Rahmen von Landessortenversuchen und Ausdauerprüfungen regelmäßig an unterschiedlichen Standorten auf ihre wesentlichen Eigenschaften geprüft.
Publikationen

Extensive Bewirtschaftung
Der überwiegende Teil des Thüringer Grünlandes wird extensiv genutzt. Neben der Futtererzeugung steht dabei die Erbringung gesellschaftlich relevanter Umweltleistungen im Fokus. Aufgrund fehlender Rentabilität der Tierhaltung, verringerter Erträge und Futterqualität sowie ggf. zusätzlich erforderlichem Pflegeaufwand bedürfen besonders umweltfreundliche Wirtschaftsweisen in der Regel einer zusätzlichen finanziellen Unterstützung. Das Thüringer Programm zur Förderung umweltgerechter Landwirtschaft, Erhaltung der Kulturlandschaft, Naturschutz und Landschaftspflege (KULAP) hat sich dabei als ein flächenbedeutsames Förderinstrument bewährt.
Publikationen

Energetische Nutzung von Grünland
Die sinkende tiergebundene Nutzung von Grünland führt zur Suche nach Verwertungsalternativen für Grünlandaufwüchse. Während Grassilagen bereits seit längerer Zeit als Koferment in Biogasanlagen eingesetzt werden, gestaltet sich die Verbrennung von Heu vor allem aufgrund der damit verbundenen Emissionen deutlich schwieriger.
Publikationen
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